Die sieben Quellsiefen von Drabenderhöhe

Das Thema des neuen Verkehrskreisel am Ortseingang von Drabenderhöhe, Zeitstrasse, sind die sieben Quellsiefen von Drabenderhöhe.

Der Ursprung des Namens Drabenderhöhe geht auf das Wort Traufe (triefen) zurück, was für eine feuchte, nasse Höhe steht. 1353 und 1370 ist die Schreibweise in urkundlichen Erwähnungen „up die Dravende Hoe“ bzw. „up die hoe„, 1391 „van der Travender hor„, 1464 „Traffende Hue„. Strahlenförmig in alle Himmelsrichtungen ordnen sich die Quellsiefen um Drabenderhöhe herum, welches ein Wasserscheidengebiet bildet. Auch die Namen einiger der Quellsiefen weisen auf feuchte, sumpfige Stellen hin.


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1. Pfaffenscheider Siefen
Der Pfaffenscheider Siefen wird nach der Vereinigung mit dem Miebach zum Wahnbach. Der Siefen ist nach dem in der Nähe der Quelle liegenden Pfarrhof Pfaffenscheid benannt. Pfaffe ist das alte Wort für Pastor. Die Pastoren lebten bis 1790 auf dem Hof. Das Pfarrgut wurde danach verpachtet und 1867 von der Kirchengemeinde verkauft.

2. Hersiefen
Der Hersiefen entspringt westlich von Pfaffenscheid in der alten Flur „Im Hersiefen“. Oberhalb des Hersiefen wird das Gebiet „Im Herhof“, welches als Strassenbezeichnung Herrenhofer Strasse im Scheidt benutzt wird, bezeichnet. Dieses Gebiet gehörte zur Flur Pfaffenscheid. Da die Geistlichen in der Vergangenheit auch als „Herren“, also angesehene Personen bezeichnet wurden, ist daher auch der Ursprung der Bezeichnung hier zu finden. Der Hersiefen mündet etwas unterhalb von Pfaffenscheid in den Pfaffenscheider Siefen.

3. Loope
Die Quelle des Loopebaches entspringt im Wiesengebiet „Auf den Brüchen“, einer sumpfigen Fläche, oberhalb des heute verlandeten, in den zwanziger Jahren entstanden Freibades östlich von Verr und mündet nach fast 8 km in der Agger. Der Name setzt sich aus Loo und Pe zusammen. Als Loh bzw. Löh wurde früher ein lichtes Waldgebiet oder auch ein Sumpf bezeichnet. „Auf dem Löh“ nennt sich heute das Gebiet der heutigen Bergkuppe Löher Kopf. Das -Pe steht für eine alte Sprachform von Bach.

4. Brächshähnersiefen
Der Brächshähnersiefen entspringt unterhalb des alten Weilers Brächen, welches früher in den alten Drabenderhöher Kirchenbüchern „Auf dem Bruch“ hieß. In der alten Mercatorkarte von 1575 wird der Ort „Uff den Brechen“ bezeichnet. Bruch steht für ein sumpfiges Gebiet. Brächshähnen ist eine Flurbezeichnung und bezieht sich auf Brächen und Hagen. Im mittleren Lauf des Siefens wird er zum Hipperichsiefen in Anlehnung an die Bergkuppe des Hipperich. Den Namen kann man als Hippenberg deuten. Hippe bedeutet im heimischen Dialekt Homburgische Ziege oder Geiße.

5. Dahler 5iefen
Der Dahler Siefen hat seine Quelle oberhalb des Weilers Dahl. Auch hier wurde der Ortsname auf den dazugehörigen Siefen übertragen. Er entspringt etwas unterhalb des heute bezeichneten „Höher Berges“, auch „Kahlhambuche“ genannt. Im Unterlauf wird der Siefen dann zum Uelpebach. Der Uelpebach ist bereits 1575 auf der alten Mercatorkarte als „Die Ulpebach“ erwähnt. Wahrscheinlich besteht der Name aus dem Wort Ohl, welches für feuchte Talauen steht und dem Wort Pe, dass dem Wort Bach entspricht.

6. Horperichsiefen
Der Horperichsiefen hat seinen Ursprung in der Quelle im ehemaligen Wiesengebiet des „Höherdahls“. Heute ist das Gebiet mit der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung überbaut und der Siefen durchläuft eine Parkanlage. Das Höherdahl bezieht sich auf den Ort Drabenderhöhe und das Wort Tal, welches dann die Talung des Uelpebaches bildet. Die Deutung des Namens Horperich ist schwierig, im Dialekt steht die Endung „perich“ meist für einen Berg, also eventuell einem „Horberg“. Das Wort Hor könnte vom altdeutschen Wort „horo“ stammen, was Schlamm oder Matsch bedeutet, also auch für ein feuchtes Gelände steht. Der Horperichsiefen vereinigt sich im Unterlauf dann mit dem Dahler Siefen und wird zum Uelpebach.

7. Landwehrsiefen
Der Landwehrsiefen entspringt südlich von Drabenderhöhe in der Nähe des Schulgebäudes, wo auch noch Reste der alten „Landwehr“ vorhanden sind. Die Landwehr war eine Grenzbefestigung, die die Herrschaft Homburg vom Herzogtum Berg trennte und ist wohl mittelalterlichen Ursprungs. Oberhalb des Landwehrsiefens in der Parkanlage befindet sich der sogenannte „Hoenerborn“, die Hühnerquelle, die im Mittelalter als Brunnen benutzt wurde und auch schon auf der Mercatorkarte von 1575 erwähnt wurde. Im Unterlauf wird der Landwehrsiefen zum heutigen Becher Suthbach. Auch dieser Bach ist in der Karte von 1575 eingezeichnet und wurde in einer Klageschrift der Grafen zu Sayn und zu Sayn-Wittgenstein gegen den Herzog von Jülich-Berg 1580 als „Brechters Ache“ bezeichnet. Eventuell steckt auch hier das Wort Bruch für feuchtes Gelände im Namen.

Diese Ausarbeitung basiert auf mündlichen Überlieferungen. Es ist daher möglich, dass noch gänzlich andere Darstellungen existieren. Sollte Ihnen darüber etwas bekannt sein, lassen Sie uns das bitte wissen.

Achim Höhler / E. Jochen Höhler

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