Zwei Jahre nach Banküberfall in Drabenderhöhe wird Täter gefasst

Laut Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt soll ein 45-jähriger Serientäter aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein für den Überfall auf die Sparkassen-Filiale in Drabenderhöhe am 24. Mai 2016 verantwortlich sein. Insgesamt werden ihm 20 Überfälle zur Last gelegt.

Am 7. August 2018 gab die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Einzelheiten zu den umfangreichen Ermittlungen bekannt. Am 13. März 2018 gelang demnach die Festnahme durch Spezialeinheiten des Polizeipräsidiums Nordhessen.

Zwischen Oktober 2002 und Januar 2018 soll der Mann insgesamt 20 Banken, Sparkassen oder sonstige Geschäftsfilialen in Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW überfallen haben. Dabei erbeutete er nach Angaben der Ermittler Bargeld in Höhe von 402 277 Euro, aus der Sparkassen-Filiale in Drabenderhöhe entwendete er 81 680 Euro. Es war sein vorletzter Banküberfall.

Laut den Ermittlern hat der Täter in den vergangenen 15 Jahren seinen Lebensunterhalt ausschließlich aus den Straftaten finanziert. Der Angeschuldigte soll die Überfälle größtenteils akribisch vorbereitet haben und sich gezielt Banken im ländlichen Raum ausgesucht haben. Er habe darauf geachtet, dass die Entfernung zur nächsten Polizeistation mindestens zehn Kilometer beträgt. Bei den Überfällen soll der Angeschuldigte überwiegend echt aussehende Spielzeugpistolen, Waffenattrappen oder Dekorationswaffen verwendet haben.

Infolge der Überfälle erlitten einige der insgesamt etwa 100 Tatopfer posttraumatische Belastungsstörungen, einige der Tatopfer befanden sich über unterschiedliche Zeiträume in psychologischer Behandlung. Drei der Opfer waren nach dem Überfall nicht mehr in der Lage ihre Tätigkeit bei der Sparkasse weiter auszuüben.

Der Verdächtige hat an einer hessischen Universität Jura studiert. Schon während seiner Studienzeit führte er seinen ersten Banküberfall aus. Nach zwölf Semestern brach er sein Jurastudium ohne Abschluss ab, gegenüber Familie und Freunden täuschte er aber einen erfolgreichen Studienabschluss und eine Festanstellung in der Rechtsabteilung eines namhaften deutschen Automobilkonzerns vor.

Der Fall soll in „angemessener Zeit“ vor dem Landgericht Limburg verhandelt werden. Derzeit sitzt der 45-Jährige in U-Haft.

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