Halloween ganz anders: Eine Sinneserfahrung der besonderen Art

Vor gut 360 Millionen Jahren war das Oberbergische Land der Grund eines tropischen Flachmeeres. Es wuchsen Korallenriffe und in flachen Lagunen wogen sich Seelilien. Das ist kaum vorstellbar? Ganz neue Einblicke durften 20 Kinder ab 6 Jahren gewinnen, die das Glück hatten, am 31. Oktober an einer ganz besonderen Veranstaltung des städtischen Jugendheims Drabenderhöhe teilnehmen zu können.

Die Alternativveranstaltung zu „Halloween“ begann um 16:15 Uhr an der Tropfsteinhöhle in Wiehl. Dort wartete Höhlenführer Söhnke Ohl, der es meisterhaft verstand, die Geheimnisse der Höhle spannend und kindgemäß zu erklären. Warm bekleidet ging es in die konstant 8 Grad kühle Höhle. Nach 26 Stufen gelangte man bereits 7 Meter unter die Erde. Von dort ging es über 1500 Meter und bis zu 30 Meter tief ins Erdinnere. In dieser einzigartigen Atmosphäre der 1860 entdeckten Höhle gab es nicht nur herabhängende Tropfsteine, Pfeiler, Säulen und andere Formschönheiten zu entdecken sondern auch eine glitzernde Kristallgrotte und einen Höhlensee.

Die mit Spannung erwarteten Fledermäuse wollten sich nicht zeigen, da sie bereits mit den Vorbereitungen für ihren Winterschlaf beschäftigt waren. Vorbei am sogenannten Glücksbrunnen, ging es nach gut 45 Minuten wieder an die Erdoberfläche. Hier wurde die Kindergruppe bereits von dem Obmann für den „Lernort Natur“, Harald Barf, erwartet, der alle fachkundig durch den oberhalb der Höhle gelegenen Wildpark begleiten sollte.

Die Wanderung begann bei leichtem Regen in der Dämmerung und die Augen gewöhnten sich schon schnell an die Lichtverhältnisse. Die Kinder erfuhren viele Dinge über Wildschweine, Rot- und Damwild. Der Wanderführer verstand es, einen waldpädagogischen Rundgang anzubieten, der alle Sinne ansprach. Mit Fachwissen und Freude bekam die begeisterte Gruppe einige Aufgaben gestellt, die es mit gegenseitiger Hilfe zu meistern galt. Die Kinder ertasteten in einem dunklen Schuppen Möhren und Kastanien, die unter Heu versteckt waren, um sie anschließend dem wartenden Wild als Leckerbissen anzubieten. Unter dem Heu hatten sich auch kleine, leuchtende Fledermäuse versteckt.

Als es der Gruppe gelang, ganz leise zu sein, konnte man sogar den Wald sprechen hören. Da weder der Mond noch Taschenlampen den Weg beleuchteten, war es von großer Bedeutung, aufeinander zu achten. Besonders aufregend war ein Parcours durch den dunklen Wald, bei dem sich die Mädchen und Jungen an einem Seil haltend in Dreiergruppen ihren Weg zum Ziel ertasteten.

Der Geschmacksinn wurde zum Abschluss des Abends bei dem gemeinsamen Abendessen getestet. Jugendheimleiterin Martina Kalkum und Bundesfreiwilligenbedienstete Natali Türk waren sich mit den Kindern einig: Das war eine tolle und spannende Veranstaltung!

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