Im Juni Schnee und im Winter warm? Wetterchaos im Stück „Das Jahreszeiten-Durcheinander“. Das Nimmerland Theater zeigte am Mittwoch im Stadtteilhaus Drabenderhöhe ein humorvolles, musikalisches Theaterstück über die Jahreszeiten, Klimawandel und Klimaschutz mit den schönsten und bekanntesten Liedern von Rolf Zuckowski.

„Überraschung“ rufen und die Arme hochreißen konnten die kleinen und großen Gäste gleich. Und auch das „Theo mach mir ein Bananenbrot“-Lied wurde lautstark mitgesungen. Eigentlich sollte es Zwinkas schönster Tag im Jahr werden – mit Luftballons, Kuchen und einer großen Überraschungs-Geburtstagsparty. Doch das Wetter spielt verrückt und so schaffte Theo Theodora es nicht, rechtzeitig mit dem Motorroller bei Zwinka zu sein. Ein „Eins A“-Geburtstag ohne Deko, ohne Kuchen, ohne Geschenke. Zwinka war sichtlich enttäuscht. Was war schuld: mitten im Juni schneite es und Theo war deshalb so spät. „Heute weiß man gar nicht, wie man sich einstellen sollte“, so Theo. Nicht so wie in dem Lied „Die Jahresuhr“ wo jede Jahreszeit ihre Eigenheiten und entsprechendes Wetter hat. Das Kinderlied des deutschen Musikers Rolf Zuckowski stammt aus dem Jahr 1992 und es kamen noch mehr Lieder von ihm, die das Publikum ganz offensichtlich alle kannte. „Die Jahreszeiten sind so durcheinander“, da habe es sogar im Sommer in der Wüste geschneit, wusste Theo Theodora. „Schnee für den Weihnachtsmann und seinen Schlitten hatten wir dagegen nicht“. Durcheinander durch diese Wetterkapriolen kämen auch die Igel und die Zugvögel. Der „Klimawandel“ sei schuld, wusste ein Junge aus dem Publikum. Und Eichhörnchen Wiki erklärte dazu einiges. So erzeugen Theos Motorroller und auch der Ofen unter anderem CO 2.

„Was kann man dagegen tun? Wie kann Klimaschutz aussehen?“ fragten die beiden Zwerge. Die Gäste im Stadtteilhaus hatten da einige Vorschläge: Mit dem Fahrrad fahren anstatt mit dem Auto, Müll nicht einfach irgendwo wegwerfen. Strom mit Wind, Sonne oder Wasser erzeugen. Und als das schlaue Eichhörnchen Wiki wusste auch einiges dazu – und auch wie man ein Bananenbrot backt. Für den fehlenden Kuchen hatte das Eichhörnchen ein Rezept nach der Eins-zwei-drei-doppel-achtziger-Regel. Und welche Jahreszeit ist die beste? Im Sommer nerven Mücken, im Winter kann man eine Schlittenpiste bauen, doch Zwicka sang lieber mit Schwimmreifen und Schwimmflossen „Oh, du fröhlicher August“. Dagegen gab es von Theo eine gesungene Hommage an den „Winter“. Die zwei wurden sich nicht einig. Wiki hielt nichts vom Abstimmen zwischen Winter und Sommer, denn es komme auch immer, immer wieder ein neuer Frühling. Und im Herbst hatten sie doch gemeinsam einen Drachen gebaut und ihn fliegen lassen. Die Abstimmung mit dem Stadthaus-Publikum ergab, dass der Sommer zur besten Jahreszeit gewählt wurde.

Zum Schluss als Geburtstagsständchen „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien“ mit dem Geburtstagslied von Zuckowski und eine Polonaise durch den Saal. Das Nimmerland Theater bzw. die beiden Darstellerinnen – Lena Wieperich und Merle Boeder spielten in der Aufführung im Stadtteilhaus Drabenderhöhe die beiden Zwerge Zwicka und Theo Theodora – schafften mit vertrauten Melodien sofort Nähe, weckten Erinnerungen und luden zum Mitsingen ein. So entstand ein gemeinsames Theatererlebnis mit hohem Wiedererkennungswert – voller Ohrwürmer, die noch lange nachklangen. Das Theaterstück „Das Jahreszeitendurcheinander“ bot aber auch einen idealen Ausgangspunkt, um mit Kindern über Klimaschutz ins Gespräch zu kommen. Ein unterhaltsamer und kindgerechter Einstieg in das komplexe Thema Klimawandel. Gemeinsam mit dem Publikum begaben sich die Zwerge auf eine leicht zugängliche, musikalisch erzählte Reise, bei der Themen wie Klimawandel, Verantwortung und individuelle Handlungsspielräume kindgerecht, unterhaltsam und ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt wurden.
Das nächste Kulturkreis-Kinderstück findet wieder im Burghaus Bielstein statt. Am 9. Dezember 2026 zeigt die Piccolo Puppenbühne „Der kleine Bär sucht den Weihnachtsstern“.
Vera Marzinski
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Fotos: Vera Marzinski




