02.06.2003
Fahrt des Honterus-Chores vom 29. Mai bis 1. Juni 2003
Baumstriezelfest der Kreisgruppe Heilbronn (Auftritt der Chores) Der Honterus-Chor besuchte Marbach, Stuttgart, Ludwigsburg und Schloss Horneck in Gundelsheim
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Bericht von Helga Bosch
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Fotos: Regine Melzer

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"Man braucht zu allem - auch zum Genießen - ein Entschließen!"

Mit diesem Spruch begrüßte Günther Schuller die mitreisenden Chormitglieder zur diesjährigen Jahresfahrt (29.5. - 1.6.2003) des Honterus-Chores Drabenderhöhe.
Wir hatten uns entschlossen, die Chorfahrt mit einem Besuch bei der Kreisgruppe Heilbronn zu beginnen, die jedes Jahr am Vatertag ihr traditionelles "Baumstritzel-Fest" feiert. Enni Janesch, die auch diesmal die Fahrt organisierte, hatte mit der Vorsitzenden der Kreisgruppe, Christa Andree, diesen Besuch geplant. Dieses Fest feiern jedoch nicht nur die neu zugezogenen Siebenbürger Sachsen im Kreuzgrund in Heibronn.. Es ist und war vielmehr als ein Baustein zur Integration in der neuen Heimat gedacht. Nach kurzem Einsingen unter einem tropfenden Baum erreichten wir pünktlich um 10.00 Uhr die Versöhnungskirche in Heilbronn, in der wir den Gottesdienst unter der Leitung unserer neuen Dirigentin Regine Melzer gesanglich mitgestalteten. Beim anschließenden "Baumstritzelfest" fanden unter stechender Sonne und dem Versuch, den Durst zu stillen, viele Begrüßungen von Freunden und Verwandten statt. Es war erstaunlich, wie viele sich kannten und gemeinsame Erinnerungen austauschen konnten. Der Auftritt des Chores, darunter die ehemaligen Dirigenten Heidrun und Horst Niedtfeld, in praller Sonne und bereits guter Stimmung der Zuhörer, war für viele Sänger/innen und die Dirigentin eine Herausforderung. Enni Janesch stellte den Honterus-Chor vor und brachte den Heilbronner Landsleuten Grüße aus Drabenderhöhe mit. Der Landesvorsitzende von Baden-Württemberg, Alfred Mrass, begrüßte die Initiative des Honterus-Chores, auf seinen Jahresfahrten andere siebenbürgische Chöre oder Kreisgruppen zu besuchen.

Die Besichtigung der Innenstadt Heilbronn fiel buchstäblich ins Wasser. Ein heftiger Gewitterregen entlud sich und wir beschlossen dankbar, sofort zum Hotel "Forsthof" in Kleinbottwar zu fahren, wo schon wieder die Sonne strahlte und einige zu einem Spaziergang in die Weinberge lockte.

Der nächste Tag begann bei sehr heißem Sommerwetter mit der Besichtigung der Geburtsstadt von einem unserer großen Literaten: Johann Christoph Friedrich Schiller.
Wir besichtigten unter guter fachlicher Führung die historische Altstadt, die ein nahezu geschlossenes Ensemble von Bauten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufweisen kann, das Geburtshaus von Schiller (ein Zimmer und Mitbenutzung der Küche und Flur - oben wohnte der Haubesitzer!), Torturm und Reste der doppelten Stadtmauern (schmaler "Zwinger" (in Dresden nur breiter)) und die außerhalb der Stadtmauern stehende Alexanderkirche, die dem Hl. Alexander (einer der ersten Bischöfe von Rom und Märtyrer) gewidmet ist.

Günther Schuller hatte eine Überraschung für uns vorbereitet. Auch in Marbach leben viele Heldsdörfer und viele waren gekommen, uns zu begrüßen. Als Dank sangen wir ihnen in der Kirche zwei Choräle. Welch ein genussvolles, leichtes Singen bei einer solch guten Akustik. Den Zuhörern - auch manchem Sänger - standen Tränen in den Augen. Vor der Kirche erwarteten sie uns mit frischem Kuchen, Kaffee und gutem Wein, was dankbar und ausgiebig unter viel Palaver angenommen wurde. Einige konnten sich von dem Wein gar nicht trennen und haben es versäumt, das Schillerhaus zu besichtigen.

Weiter ging es nach Stuttgart, wo uns eine schlagfertige echte Schwäbin zu einer Stadtrundfahrt-Rundgang erwartete. Sie stellte Stuttgart als die Stadt zwischen vielen Erhebungen vor, die sie in Hügele, Buckele und Berg unterteilte. Die vielen Hügel, von denen die Innenstadt umgeben ist, ermöglichen zwar den Anbau von Weinreben, dafür geht es aber ständig irgendeine Staffel (Treppe) rauf oder runter. "Rutschen" heißt es im Schwäbischen, das Hinauf- und Hinabgehen auf den Staffeln, weshalb die Stuttgarter auch "Stäffelesrutscher" genannt werden. Das "Rutschen" hält "jong und in Schwong", wie der Dichter Friedrich E. Vogt bemerkte.

Der Besuch des Mercedes Benz Museums schloss sich dieser Führung an. Hier konnten sich die Autofans einmal an alten und schönen Modellen satt sehen. Der Rest des Nachmittags stand zur freien Verfügung und man traf sich um 20.oo Uhr zum Varietee "Sommerfrische" im Friedrichsbau in der Friedrichsstraße.
Es war eine sehr lustige, gelungene Vorstellung mit guten Akteuren, so dass wir nach vielem Lachen müde aber zufrieden spät abends ins Hotel zurückfuhren.

Unser dritter Tag, Samstag, führte uns nach Ludwigsburg, wo wir eine Führung durch das Residenzschloss hatten. Es ist eine der größten deutschen Barockanlagen mit 18 Hauptgebäuden und 452 Räumen (erbaut: 1704 - 1733 unter dem württembergischen Herzog Eberhard Ludwig (1693 - 1733)). Die Einrichtung des Schlosses wirkt heute jedoch stark renovierungsbedürftig.

Da es außergewöhnlich schwül war, war es unmöglich in den schönen Gärten zu "lustwandeln" und wir begnügten uns mit einer kurzen Besichtigung des berühmten Barockgartens.
Zur Zeit des Absolutismus war es üblich, dass die Macht eines Herrschers an der Gründung von Städten gemessen wurde. So hegte auch Herzog Eberhard Ludwig den Wunsch, seinem Residenzschloss eine Stadt anzugliedern und diese Stadt auch nach seinem eigenen Namen zu nennen: Ludwigsburg Da Ludwigsburg auf dem Reißbrett entstanden ist, wurden die Straßen breit und rechtwinklig angelegt und zahlreiche Alleen zierten das Stadtbild.

Dieser Abend gehörte nach einem guten Büffet traditionsgemäß unserem gemütlichen Beisammensein, dass - wie Günther Schuller sagte - unsere Ulknudeln aus Roseln wieder zu aller Freude gestalteten; aber auch Nicht-Chormitglieder trugen zum guten Gelingen dieses Abends bei.
Die gute Stimmung setzte sich beim Singen vieler alter, bekannter Lieder fort. Bis spät in die Nacht konnte man dem Gesang beim Einschlafen lauschen.

Unser letzter Tag sollte uns nach Gundelsheim führen.

Die Fahrt nach Gundelsheim verlief schnell und wir sahen recht bald Schloss Horneck, wo wir im Altenheim singen wollten.
Der Heimvater begrüßte uns recht herzlich und auch von den Heimbewohnern und den Betreuern wurden wir bereits erwartet.
Unsere Dirigentin, Regine Melzer, hatte eine Mischung aus kirchlichen aber auch sächsischen Liedern ausgewählt und unsere Liedvorträge machten dem Publikum sichtlich Freude.
Bei einem kleinen Umtrunk mit frischer Hanklich im schönen, alten und daher kühlen Aufenthaltsraum des Altenheimes konnten wir uns ein wenig erholen, bevor die Führung durch das Siebenbürgische Museum in Gundelsheim begann. Der wissenschaftliche Leiter des Museums, Herr Marius Tataru, übernahm selbst die Führung. Er erklärte uns die Schwierigkeiten (u.a. viel zu wenig Platz), zeigte und erklärte uns aber auch den Versuch einer Lösung, ein solches Museum einmal anders zu gestalten. Es waren recht wenige der schönen und wohl auch sehr kostbaren Trachten und Gegenstände jeglicher Art ausgestellt. Er hatte vielmehr bei der Gestaltung der Ausstellung eine Lebenssituation herausgegriffen und versucht, an ihr einen Überblick über das damalige Leben in Siebenbürgen herauszuarbeiten. Der Besuch im Depot zeigte erst, wie viele wertvolle Volkskunstgegenstände das Museum besitzt. Es wäre eine Sünde, diese auf mehrere Stellen zu verteilen. Die Heimfahrt verlief anschließend ohne Stau oder sonstige Probleme und wurde nur durch unser ebenfalls traditionelles Mittagessen auf einem recht schönen Parkplatz.
Wir erreichten Drabenderhöhe bereits am späten Nachmittag, so dass es - vor allem den Hausfrauen - sicher etwas leichter gefallen ist, den normalen Alltag wieder in Angriff zu nehmen.

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  • www.drabenderhoehe.de/honteruschor/ Externer Link