09.02.2003 - Mitgliederversammlung der Kreisgruppe
Die Kreisgruppe Drabenderhöhe der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen hielt am 9. Februar ihre Mitgliederversammlung ab. Enni Janesch wurde einstimmig von den 103 anwesenden Mitgliedern zur neuen Vorsitzenden gewählt.
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Ansprache von Kurt Franchy

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Fotos: Günther Melzer

nach oben Ansprache von Kurt Franchy

Liebe Landsleute,
meine Damen und Herren,

in meiner Funktion als Vorsitzender des Hilfskomitees gehöre ich dem Vorstand der Kreisgruppe, der Landesgruppe und dem Bundesvorstand der Landsmannschaft an. Auf diese Weise können Hilfskomitee und Landsmannschaft in guter direkter Verbindung stehen.

Aus der Arbeit des Hilfskomitees könnte viel berichtet werden. Ich beschränke mich an die Zeit zu erinnern, in der wir mit Kurt Holzträger und einigen guten Helferinnen und Helfern unzählige Pakete nach Siebenbürgen geschickt haben. Der Haken über dem Kellereingang des neuen Pfarrhauses zeugt noch heute davon. Die vielen schweren Pakete wurden dort hochgezogen und zur Post gebracht. In diesen Tagen hat das Hilfskomitee eine Kreiskirchenkollekte von einigen Tausend Euro bekommen, um dem Diakonieverein in Mediasch zu helfen. Vor wenigen Tagen ging ein Transport von Thermokostschalen mit Schinkerreisen nach Mediasch, für die dortige Einrichtung Essen auf Rädern. Unser Landesvorsitzender Harald Janesch und der Heimleiter Hans Klein gehören dem HIKO-Vorstand an und auf diese Weise können wir die Arbeit gut koordinieren.

Der Adele Zay Verein, dessen Vorsitzender ich bin, ist Träger des Altenheimes und des Adele Zay-Kindergartens. Dank vieler und intensiver Gespräche war es gelungen die von Schließung bedrohte dritte Gruppe als Teilgruppe aufrecht zu erhalten. Die Annahme mancher Kritiker finanzielle Aufwendungen wären eher für den Kindergarten als für den Turm der Erinnerung notwendig gewesen, ging an der Sache vorbei.. Der Adele Zay Verein, als "Armer Träger" eingestuft, hat lediglich die Aufgabe in ehrenamtlicher Weise Träger des Kindergartens zu sein. Der Verein braucht keine eigene Mittel einzubringen. Die finanzielle Last wird hauptsächlich von dem Land NRW und der Stadtverwaltung getragen. Indem unser Verein die Trägerschaft des Kindergartens übernommen hat, sind der Stadt erhebliche Ausgaben erspart geblieben, Mittel die indirekt uns allen zugute kommen. Aber es sei auch gesagt: Keiner der Kritiker hatte die Bereitschaft für den Kindergarten zu spenden bekundet. Gespendet haben allein Ratmitglieder der CDU-Fraktion unseres Stadtrates.

Und nun einige Worte zu unserer Kapelle und dem Turm. Dass unsere alten Menschen im Heim eine Kapelle dringend brauchen, anerkennt mittlerweile jeder. Dass wir einen Turm der Erinnerung brauchen, erkennt leider nicht jeder. Und trotzdem wird er gebraucht. Kritiker meinen Spenden sollten eher zum Wohl der Heimbewohner und Bewohnerinnen aufgewendet werden. Meine lieben Landsleute, das Altenheim ist ein eigenständiger Wirtschaftsbetrieb in der Trägerschaft des Adele Zay Vereins. Die Heimkosten werden von Landes- und Kreisbehörden und von Kommissionen der Krankenkassen festgelegt. Darum wird jedem Heimbewohner die Zuwendung zuteil, deren er bedarf und die ihm zusteht. Spenden verringern die Heimkosten nicht. Durch den Turmbau, aus Spendenmitteln für den Verein, werden Heimbewohner und Bewohnerinnen nicht im Geringsten benachteiligt.

Der Turm ist ein Denkmal, ja ein Denkanstoß, und als solcher bewährt er sich bereits. Wir werden an unsere Herkunft und an die in Siebenbürgen verbliebenen Bauten und die Werte unserer Vorfahren erinnert. Dort verfallen die unter großen Opfern errichteten Kirchen und Kirchenburgen. Manche unter uns meinen, sie möchten an diesen Verfall nicht erinnert werden. In der Tat schmerzt uns, was dort in unserer alten Heimat geschieht. Jedes Mal, wenn ich dort den Niedergang unserer beeindruckenden Geschichte sehe, muss ich mindestens eine Träne vergießen. Doch das ist kein Grund unsere Vergangenheit einfach zu vergessen und zu begraben. Darum danken wir allen Spendern, die unseren Turmbau unterstützt haben und weiterhin unterstützen. Drabenderhöhe, wo hier und in der Umgebung einige Tausend Landsleute wohnen, ist der Ort, an dem die Erinnerung an unsere Herkunft wachgehalten werden soll. Wir haben unser Ziel, Modelle der Kirchenburgen, die zum Weltkulturerbe gehören, auszustellen, noch nicht erreicht. Darum bitten wir auch weiterhin um Spenden. Auch künftige Generationen sollen an eine 850 Jahre lange Kultur, deren wir uns wirklich nicht zu schämen brauchen, erinnert werden.