Wilde Kinder brauchen wilde Pflanzen: Ev. Kita in Drabenderhöhe schafft Naturerlebnisräume

Im Rahmen des von der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft initiierten Projektes „Mehr Natur für Kinderorte“ bereiten Eltern, Kinder und Erzieherinnen der Ev. Kita Drabenderhöhe den Boden für eine Blumenwiese vor, legen eine Naschhecke als Begrenzung der Schaukel an und treffen Vorbereitungen für ein Matschbeet mit Lehm.

Dank der finanziellen Förderung durch die Deutsche Postcode-Lotterie kann die Bergische Agentur für Kulturlandschaft (BAK) Workshops für Erziehende anbieten, in deren Rahmen Ideen für ein naturnahes und gesundes Lebensumfeld in der Kindertagesstätte entwickelt werden. Dieses Angebot wurde von der Ev. Kita in Drabenderhöhe mit Begeisterung aufgegriffen. Gemeinsam mit der Unterstützung der BAK und Irmgard Kutsch (Naturpädagogin und Initiatorin des Projektes) wurden Maßnahmen auf dem Kita-Außengelände umgesetzt, die den Kindern im Alltag mehr „Naturerleben“ ermöglichen. So entsteht ein lebendiges und vielseitiges Lebensumfeld, wo Kinder sich körperlich, seelisch und geistig mit der Natur entwickeln. „Erleben und Begreifen sind Grundvoraussetzungen des Verstehens und somit auch der Entfaltung der Selbstwirksamkeit. Alle Erfahrungen des Kindes, die im Zusammenhang mit der Natur und Umwelt stehen, werden es für sein gesamtes weiteres Leben prägen“, erläutert Irmgard Kutsch. Sie unterstützt das Projekt durch ihre langjährige Erfahrung in der Natur-Kinder-Garten-Werkstatt sowie durch ehrenamtliche Tätigkeit.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Eltern und Kinder wurden am Freitagnachmittag die Grassoden abgetragen und daraus ein Grassofa gebaut, von wo aus die Kinder in Zukunft die Vielfalt der Insekten in dem „Bergischen Blütenmee(h)r“, einer Wiese mit mehrjährigen, regionalen Blumen beobachten können. Über das Engagement der Eltern und Kolleginnen für die Kinder freut sich besonders Sabine Schmidt, Leiterin der Ev. Kita Drabenderhöhe: „Die Anlage der Naschhecke war schon längst notwendig, damit die Kinder nicht versehentlich in den Bereich der schwingenden Schaukel geraten. Die Lehmbaustelle soll den Kindern das Bedürfnis zum Buddeln und Matschen ermöglichen und gelenkt werden.“ „Zudem wird durch die Beerensträucher die sinnliche Erfahrung gefördert. Wenn Kinder Früchte heranwachsen sehen, entsteht ganz selbstverständlich ein Basiswissen von den Naturzusammenhängen. Die unterschiedlichen Früchte sind schmackhaft und können, wenn sie nicht direkt vernascht werden, auch in der Kita weiterverarbeitet werden,“ ergänzt Christine Wosnitza, Projektleitung des Regionalzentrums für Bildung für nachhaltige Einwicklung von der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft. Sieben weitere Kitas im Oberbergischen Kreis machen sich im Rahmen der Förderung auf den Weg den Kindern mehr Natur im Alltag der Kita zu ermöglichen.

Ebenfalls Kooperationspartner und Unterstützer ist das Bildungsbüro des Oberbergischen Kreises. Begleitend zu den Workshops startet im April die Fortbildungsreihe „Mehr Natur für Kinderorte“, in der Erziehende anhand praktischer Beispiele lernen, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kitaalltag umgesetzt werden kann.

Weitere Infos unter: www.agentur-kulturlandschaft.de/mehrnaturfuerkinderorte

Foto: Christian Melzer

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