Ein seltenes Schauspiel war am Mittwochabend über Drabenderhöhe zu beobachten: Der Mond schob sich vor die tief stehende Sonne und ließ zeitweise nur noch eine schmale, leuchtende Sichel übrig.
Am Abend des 12. August 2026 lohnte sich in Drabenderhöhe der Blick in Richtung Himmel ganz besonders. Kurz nach 19 Uhr begann der Mond, sich vor die Sonne zu schieben. Immer größer wurde der dunkle Ausschnitt, bis von der Sonne schließlich nur noch eine schmale Sichel zu sehen war.

In Drabenderhöhe startete die partielle Sonnenfinsternis um 19.18 Uhr. Ihr Maximum erreichte sie gegen 20.12 Uhr, zu diesem Zeitpunkt stand die Sonne bereits sehr tief über dem Horizont. Gegen 20.56 Uhr war das Schauspiel beendet beziehungsweise verschwand die Sonne am Horizont. Die gesamte sichtbare Phase dauerte damit rund eine Stunde und 38 Minuten.
Besonders eindrucksvoll war der hohe Bedeckungsgrad. In Köln wurden beim Maximum 88,3 Prozent der Sonnenfläche vom Mond verdeckt; in Siegen waren es rund 87,9 Prozent. Für Drabenderhöhe lässt sich deshalb ein Wert von ungefähr 88 Prozent ansetzen. Die Sonne stand zum Zeitpunkt der größten Bedeckung nur noch rund sechs Grad über dem Horizont.
Die Aufnahmen aus Drabenderhöhe zeigen diese besondere Situation eindrucksvoll: Vor dem orangefarbenen Abendhimmel zeichnet sich die Silhouette des Ortes dunkel ab, darüber hängt die ungewöhnlich schmale Sonnensichel. Auf der Teleaufnahme wird deutlich, wie weit sich der Mond bereits vor die Sonnenscheibe geschoben hatte.
Was in Drabenderhöhe als partielle Sonnenfinsternis zu sehen war, war global betrachtet eine totale Sonnenfinsternis. Der schmale Kernschatten des Mondes zog unter anderem über Grönland, Island, den Nordatlantik und Spanien sowie einen kleinen Teil Portugals. Wer sich innerhalb dieses Streifens befand, konnte erleben, wie der Mond die Sonne vollständig bedeckte.
Die längste Totalität dauerte rund zwei Minuten und 18 Sekunden und wurde über dem Nordatlantik westlich von Island erreicht. Auch Reykjavík lag innerhalb der Totalitätszone. Später raste der Mondschatten über Spanien und die Balearen hinweg – dort ereignete sich die Totalität unmittelbar vor Sonnenuntergang.
Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond bei Neumond zwischen Erde und Sonne steht und sein Schatten auf die Erde fällt. Da die Mondbahn gegenüber der Erdbahn um etwa fünf Grad geneigt ist, stehen Sonne, Mond und Erde nicht bei jedem Neumond exakt auf einer Linie. Deshalb sind Sonnenfinsternisse vergleichsweise seltene Ereignisse.
Lange warten müssen Himmelsbeobachter nicht. Bereits am 2. August 2027 ist von Drabenderhöhe aus wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Für Wiehl wird der Beginn für 10.08 Uhr, das Maximum für 11.07 Uhr und das Ende für 12.08 Uhr angegeben. Sie wird allerdings deutlich weniger spektakulär ausfallen als die Finsternis vom Mittwochabend. Beim Maximum wird der Mond nur rund 52 Prozent des Sonnendurchmessers bedecken.
Weltweit wird auch die Finsternis vom 2. August 2027 total sein. Der Kernschatten führt dann über den äußersten Süden Spaniens, Nordafrika und die Arabische Halbinsel. In der Nähe von Luxor in Ägypten dauert die totale Phase sogar bis zu sechs Minuten und 23 Sekunden – außergewöhnlich lange für eine totale Sonnenfinsternis.
Wer in Deutschland noch einmal eine ähnlich starke partielle Sonnenfinsternis wie am 12. August 2026 erleben möchte, braucht dagegen Geduld: Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wird ein vergleichbar hoher Bedeckungsgrad hierzulande erst wieder am 13. Juli 2075 erreicht.
Noch länger dauert es bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis in Deutschland. Am 3. September 2081 wird der Kernschatten des Mondes wieder Teile Süddeutschlands überqueren. Drabenderhöhe selbst liegt allerdings auch dann außerhalb der Totalitätszone; für den Raum Wiehl ist nach den derzeitigen Berechnungen bis mindestens zum Jahr 2200 keine totale Sonnenfinsternis zu erwarten.

