Frühjahrskonzert des MGV Drabenderhöhe

Nach nunmehr 7 Jahren ohne Konzert, so eröffnete der 1. Vorsitzende Bubi Kallweit den Konzertabend, durften sich die treuen musikalischen Freunde und Begleiter des MGV Drabenderhöhe endlich wieder über eine bunte Liederauswahl freuen – darunter Beiträge vom letzten Meisterchor 2023 sowie das erste kölsche Lied seit Bestehen des Vereins von 1887, soweit bekannt.

Als Gäste des Abends hieß Bubi Kallweit den Gemischten Chor Wallerhausen e. V. 1977 unter der Leitung von Hubertus Schönauer sowie den mehrfachen Meisterchor MGV 1854 Marienberghausen e. V. unter der Leitung von Konrad Ossig herzlich willkommen.

Den Auftakt gestalteten die Höher unter der Leitung von Hubertus Schönauer mit dem stimmungsvollen „Sommermorgen“ von Moritz Hauptmann, gefolgt von „Tanzen und Springen“ von Hans Leo Hassler – beide Stücke aus dem Repertoire des Meisterchors 2023. Da ein Werk von Bepi De Marzi bei einem Höher‑Konzert (fast) nie fehlen darf, schloss sich das gefühlvolle „Maria Lassù“ an. Mit dem schwungvollen australischen Buschlied „Morgen Mathilda“ in der Bearbeitung von Heinz Buchold übergaben die Höher schließlich die Bühne an ihre Gäste.

Der Gemischte Chor Wallerhausen wusste das Publikum zu begeistern: Mit „Die Rose“ von W. Tropf und „Seemann“ von P. Thibaut, stimmungsvoll begleitet vom Schifferklaviermeister Axel Hackbarth, sorgten die Sängerinnen und Sänger für maritimes Flair. Mit „Let My Light Shine Bright“ von Lorenz Maierhofer setzten sie schließlich einen beschwingten Schlusspunkt unter ihren ersten, musikalisch erfrischenden Frühlingsblock.

Die Gäste aus Marienberghausen gaben dem Publikum zunächst einen persönlichen Einblick. Der Auftritt stand schon im Zeichen des Abschieds, denn ihr langjähriger Chorleiter Konrad Ossig wird noch in diesem Jahr in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Musikalisch meisterlich eröffneten sie ihren Beitrag mit „Der alte Barbarossa“ von Friedrich Silcher, gefolgt von „Es war ein König in Thule“ von Carl Friedrich Zelter. Mit dem stimmungsvollen „Waldvögelein“ von M. Neumann schlossen sie ihren ersten Konzertblock ab. Zwischen den Stücken nahm sich Ossig viel Zeit, dem Publikum die Feinheiten und Besonderheiten der anspruchsvollen Vorträge anschaulich und lebendig zu erläutern.

Im zweiten Konzertteil tauschten die Chöre die Reihenfolge. Den Auftakt übernahm nun der Gemischte Chor aus Wallerhausen, der mit der „Missa Africana“, „Siyahamba“ sowie „Soon and Very Soon“ eindrucksvolle rhythmische und klangliche Akzente setzte. Die vom Publikum bereits lautstark eingeforderte Zugabe musste jedoch noch warten – sie wurde auf das große Finale des Abends verschoben.

Danach waren wieder die Männer aus Marienberghausen an der Reihe. Mit dem traditionsreichen „Beim Holderstrauch“, einem siebenbürgischen Lied aus dem Jahr 1896 von Hermann Kirchner, nahmen sie das Publikum mit auf eine emotionale Reise. Chorleiter Konrad Ossig erläuterte dabei anschaulich, dass der Wandel des blühenden Holderstrauchs den Verlauf einer Liebesgeschichte widerspiegele – von Hoffnung bis hin zur Trauer. Mit „Signore delle Cime“ und „L’Amour de Moy“ endete ihr zweiter Konzertblock, doch der tosende Applaus ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem neuseeländischen Seefahrerlied „Wellerman“ verabschiedeten sich die Marienberghausener schließlich unter großem Jubel von ihrem begeisterten Publikum von der Bühne.

Im Finale ließ der MGV Drabenderhöhe noch einmal alle Register ziehen: Mit dem 21‑Punkte‑Meisterchor‑Volkslied „Kein schöner Land“ von Rudi Kühn wurde traditionsbewusst eröffnet. Anschließend feierten die Höher eine kleine Premiere – mit „Kölsche Stammbaum“ von den Bläck Fööss erklang erstmals Kölsch in der Vereinsgeschichte. Spätestens bei „Barbar’ Ann“ von den Beach Boys hielt es dann kaum noch jemanden ruhig auf dem Stuhl.

Doch das Publikum hatte noch lange nicht genug: Mit stehenden Ovationen forderte es weitere Zugaben, woraufhin die Wallerhausener samt zweier Trommler noch einmal die Bühne enterten. Hubertus Schönauer arrangierte und dirigierte gemeinsam mit Vorsänger Axel Hackbarth den mitreißenden südafrikanischen Freiheitssong „Tshotsholoza“ – nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach. Erst als Applaus und Rufe allmählich verklangen, ging das lang ersehnte MGV‑Frühjahrskonzert bei reichlich Zunft Kölsch und vielen guten Gesprächen tief in der Nacht gemütlich zu Ende.

Ein großes Dankeschön an das fantastische Publikum und die Gastchöre – für diesen wundervollen musikalischen Abend, der sicher noch lange nachklingen wird (nicht nur in den Ohren).

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