Colbinger in der artfarm

Am 14. Juni ist die Band Colbinger in der artfarm zu Gast. Das Konzert beginnt um 21:30 Uhr, Einlass ist ab 19:00 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro im Vorverkauf und 7 Euro an der Abendkasse.

Die Band Colbinger ist ein Dreigespann um Frontmann Huey Colbinger, Alex Wicher am Schlagzeug und Peter Bornschein am Bass. Dem Rock verpflichtet, gepaart mit Grunge, Funk und Blues, verfeinert mit der Würze der Südstaaten. Eigene Songs, eigene Texte, erdig, biografisch und durchdringend.

Hueys charismatische Stimme kombiniert sich mit rockiger Akustikgitarre, Bass und Schlagzeug zu einem stimmigen und eigenständigen Stil, der gern mit Bands wie Alice in Chains, Soundgarden, Pearl Jam oder Nirvana verglichen wird.

Schulfest: „Achtung, Forscher unterwegs“

Das diesjährige Schulfest am 9. Juni stand ganz im Zeichen der MINIPHÄNOMENTA, die von „kölnmetall“ (Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Köln e.V.) gesponsert wurde.


Foto: Christian Melzer

Zum ersten Mal starteten die Feierlichkeiten um 14 Uhr direkt auf dem Schulhof. Frau Hartig-Hietsch hieß Schüler, Eltern und Gäste willkommen und es ging sofort musikalisch weiter mit dem „Majestic Marsch“ von G. F. Händel, gespielt von dem Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe, ihrer Nachwuchsgruppe und dem Schulorchester, unter dem Dirigat von Regine Melzer und Johan Salmen.

Beim traditionellen Schulfestlied „Unsere Schule hat keine Segel“, begleitet vom Schulorchester unter der Leitung von Regine Melzer, sangen alle laut und kräftig mit und verbreiteten ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Ein weiteres Experiment auf musikalischer Ebene war das Zusammenspiel von Schulorchester, Blasorchester und Nachwuchsgruppe: sie spielten das Potpourri „Hits for kids“. Eingebettet in dieses Medley war das zweite Schulfestlied: „Der, die, das“.

Die Tanz-AG unter der Leitung von Julia Walter tanzte zu dem Lied „On stage“ und erntete Applaus von Eltern und Gästen. Dann wurde es spannend, denn es folgte die Präsentation des Klassenwettbewerbes. Aufgabe während der Projektwoche war es, dass die Kinder der einzelnen Klassen sich eine Strategie überlegen sollten, bei der ein rohes Ei von der Feuertreppe ohne zu zerbrechen auf dem Boden ankommen sollte. Kein Ei ging zu Bruch und als Belohnung überreichte Herr Wolff allen Klassen den Forscherpokal.

Für das leibliche Wohl sorgten die Eltern mit Kuchen, Kaffee, Würstchen etc. und einen sehr guten Anklang fand die neue Popcorn-Maschine, die der Förderverein der Grundschule gekauft und gesponsert hat.

Auf der Schulwiese hatten die Kinder Gelegenheit im „Kunterbunten Kinderzelt“ zu spielen und sich schminken zu lassen. Es blieb auch noch genügend Zeit, gemeinsam mit den Kindern die Experimentierstationen auszuprobieren.

Eine Bilderserie finden Sie hier…

Das Kochduell bei der Ev. Jugend Drabenderhöhe

In diesem Frühjahr findet das Kochduell der Wiehler Jugendeinrichtungen statt. Vier Einrichtungen und 4 Menüs gehen an den Start. Jede Einrichtung wird von den anderen bewertet.

Vor 2 Wochen ging bereits das Jugendheim Drabenderhöhe in den Vorlauf. Nun trafen sich 15 Gäste, darunter Jugendliche aus dem Checkpoint Wiehl, dem Kinju Wiehl und dem Jugendheim Drabenderhöhe sowie die Hauptamtlichen dieser Einrichtungen im Ev. Gemeindehaus Drabenderhöhe.

Unter dem Motto „Frühlingsduft liegt in der Luft“ lud die Ev. Jugend Drabenderhöhe zum Essen ein. Zur Begrüßung der Gäste gab es einen leckeren, alkoholfreien Cocktail mit Erdbeeren, der bei den Außentemperaturen von ca. 20 Grad großen Anklang fand.

Nachdem alle in dem frühlingshaften dekorierten kleinen Saal, der in Maigrün und Lilatönen gestaltet war, ihre Plätze gefunden hatten, wurde bei Sonnenschein im Außenbereich ein Kennenlernspiel gespielt. Schließlich verbringen die Anwesenden auch noch die nächsten drei Wochen miteinander, wobei es nur von Vorteil ist, wenn man weiß mit wem man es zu tun hat. Nun war die Küchencrew mit den Vorbereitungen für die Vorspeise fertig. Die Bärlauchcremesuppe und die Garnelenspieße waren ein Genuss. Nach einer längeren Pause und einem kleinen lyrischen Ausflug in die Welt des kleinen Prinzen von Antoine Saint-Exupery ging es mit der Hauptspeise in Form von Schweinemedaillons im Speckmantel, weißem Spargel, selbstgemachter Sauce Hollandaise und Herzoginkartoffeln weiter.

Natürlich gab es auch vegetarische Gaumenfreuden um den Bedürfnissen aller Gäste gerecht zu werden. Eine kurze Verschnauffspause wurde bei Kicker und Billiard spielen im Jugendbereich eingelegt, bevor die Mousse au Chocolate-Törtchen mit Waldbeeren und Vanilleschaum den krönenden Abschluss bildeten.

Zur Verabschiedung der Gäste gab es für jeden eine weiße Rose. Ganz nach dem kleinen Prinzen und dem Leitsatz: „Aber Du darfst nie vergessen, du bist zeitlebens für das verantwortlich was Du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.“ In diesem Sinne freut sich die Ev. Jugend auf die kommenden Besuche in den anderen Wiehlern Jugendeinrichtungen und noch auf nette Abende in geselliger Runde.

Drabenderhöher präsentierten „Ein Jahr im Weinberg“ beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen

Bis der vielfach besungene „Goldene Siebenbürger Wein“ aus dem Krug in das Glas tropft, müssen die Bauern schwer arbeiten. Das zeigte das Singspiel „Ein Jahr im Weinberg“, mit dem beim Heimattreffen der Drabenderhöher Honterus-Chor, die Kinder-Volkstanzgruppe sowie die Erwachsenen Tanzgruppe die Gäste zurück nach Siebenbürgen entführten. Genauer gesagt in das Leben der Winzer bis Mitte des vorigen Jahrhunderts.

Die Brauchtumsveranstaltung im Festsaal der Schranne war gut besucht, als Enni Janesch kurz das Stück vorstellte. Es stammt von der Drabenderhöherin Susanne Kräutner. Sie hat noch in Botsch bekannte Lieder in siebenbürgisch-sächsischer Mundart, deutsche Volkslieder, Tänze und Reigen zusammengetragen und so das Brauchtum, das sich um den Weinbau rankt, in einem Singspiel festgehalten.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es war eine phantastische Vorstellung. Das sah auch Doris Hutter so, die stellvertretende Bundesvorsitzende, die anschließend sagte: „Ich könnte euch alle küssen für diese Veranstaltung. Wir gehen reich beschenkt nach Hause.“ Der Chor habe zackig gesungen und super geklungen. Alt und Jung gemeinsam auf der Bühne zu sehen habe einen tollen Eindruck hinterlassen.

Mit dem „Wängertliedchen“ von Grete Lienert-Zuitner führte der Chor in das Geschehen ein, leitete über zu „Im Märzen der Bauer“ oder „Der Mai ist gekommen“. Tanzpaare demonstrierten wie im Frühjahr die vertrockneten Zweige abgeschnitten, Rebpfähle festgemacht und der Boden umgegraben wurde. Im Sommer rückten die Männer den Reben mit Spritzgeräten zu Leibe.

Die schwungvollen Darbietungen der Laiendarsteller sowie die beschwingten Melodien, die der Chor unter Leitung von Regine Melzer erklingen ließ, sprangen auf die Zuschauer über. Bekannte Volksweisen, die Andreas Melzer auf dem Akkordeon begleitete, wurden leise mitgesungen. Manch ein Besucher tupfte sich verstohlen Tränen von der Wange. Typische Ausdrücke aus dem Weinbau in siebenbürgisch sächsischer Mundart erinnerten an die alte Heimat und machten wehmütig. Da ging es um das Stekevijelchen, Stakke gohn, Girte gohn, de Guidescher, dä am sich un de Basem stächt und der Saft trepst aus de Riewen und wid zem Hochzetweng.

Zwischen der Arbeit wurde fröhlich gesungen, getanzt und gefeiert. In einigen Gemeinden gab es einen Weinhüter (hier war es Günter Schuller), der junge Burschen aus den Weinbergen vertrieb, wenn sie reife Trauben naschten. Er kündigte auch die Weinlese an.

Mit Körben auf den Rücken zogen Alt und Jung, Groß und Klein „än de Wänjert“ (In den Weinberg) zur Ernte. Dazu tanzte „Heißa Kathreinerle“ die Kindervolkstanzgruppe unter Leitung von Christa Brandsch-Böhm über die Bühne. Zum Abschluss ein wunderschönes Bühnenbild: Alle Laiendarsteller sind auf der Bühne, lassen sich selbstgebackenes Brot, Speck und Zwiebeln schmecken. Dazu gibt´s den guten siebenbürgischen Wein, der früher auch als Hochzeitswein auf den Tisch kam. Gerda Gusbeth, Leiterin der Erwachsenen-Tanzgruppe servierte den Gästen in der Schranne ebenfalls Speck und Brot.

„Was gibt uns Lebensmut und Kraft, das ist der goldene Wein. O goldner Siebenbürger Wein, der Sachsen Stolz und Ehr…“ jubilierten die Sängerinnen und Sänger über den Saft der Reben, die einst vom Rhein nach Siebenbürgen mitgenommen worden waren.

Am Ende des Stücks standen die Zuschauer auf, applaudierten begeistert und forderten Zugaben. Diese gab der Honterus-Chor mit dem Drabenderhöher „Heimatlied“ von Michael Hartig, das zu einer Art Hymne geworden ist.

Ursula Schenker

Ausstellung „Auf Heimatsuche – 60 Jahre Kohleaktion“

Die Drabenderhöher Kreisvorsitzende Enni Janesch eröffnete Pfingstsamstag im Kunstgewölbe des Spitalhofs in Dinkelsbühl die Ausstellung „Auf Heimatsuche – 60 Jahre Kohleaktion“. Bevor Janesch nach Drabenderhöhe kam, wohnte sie in Oberhausen. Vor zahlreichen Zuschauern erinnerte sie an den September 1944, wo Teile von Nord- und Südsiebenbürgen evakuiert wurden und rund 35 000 Siebenbürger Sachsen aus 40 Gemeinden vor der anrückenden Roten Armee flüchteten. Zurück blieben Haus und Hof, Handwerks- und Industriebetriebe sowie Gemeinschaftseinrichtungen.

Nach entbehrungsreichen Wochen erreichten die Trecks Anfang November die Grenze zu Österreich. Die Flüchtlinge werden meistens nach dörflichen Gemeinschaften in Österreich und ins Sudetenland verteilt. Nach dem Krieg kommen die Männer dazu, die in Österreich in amerikanische Gefangenschaft geraten sind. Die 1945 aus Siebenbürgen nach Russland deportierten Frauen und Männer, die Krankheitsbedingt nach Ostdeutschland entlassen werden, kommen als dritte Gruppe dazu. Staaten- und rechtlos, so Janesch in ihrer Einführung, leben alle in Barackenlagern. Arbeitsplätze gibt es nur als Tagelöhner bei Land- und forstwirtschaftlichen Betrieben.
Westliche Staaten wie Luxemburg und Frankreich lehnen ebenso die Aufnahme ab, wie nord- und südamerikanische Regierungen. Im Oktober 1951 beschließt der „Hundertausschuss“ der Landsmannschaft in Völklabruck einstimmig mit Westdeutschen Regierungssstellen in Verbindung zu treten, mit dem Ziel einer Umsiedlung in die Bundesrepublik. Der aus Sächsisch-Reen stammende Rechtsanwalt Dr. Eduard Keintzel und der ehemalige Generaldechant Dr. Carl Molitoris werden beauftragt die Gespräche zu führen. Nach zähen Verhandlungen mit der Bundesregierung und dem Land NRW gelingt es Keintzel mit Bergwerksgesellschaften im Ruhrgebiet in Verbindung zu treten. Im Kohlebergbau werden Arbeitskräfte gesucht, weil „Deutsche Wirtschaft heißt Deutsche Kohle“.

Die Errichtung dreier Siedlungen wird in Aussicht gestellt. Rund 11000 Personen melden sich und werden in einer Umsiedlungsliste geführt. Jeder einzelne Bewerber muss einer Überprüfung durch das Bundesministerium für die Einreisegenehmigung stand halten. Am 17. März 1953 trifft der erste Sammeltransport im Ruhrgebiet ein. Aus siebenbürgischen Bauern (70 % der Bewerber), Handwerkern, Kaufleuten, Lehrern und Pfarrer werden Kumpel. Sie arbeiten im Pütt, werden Knappen oder Hauer, Jüngere sogar Steiger.
Das Geleucht (die Lampe) auf der Stirn wird zum Erkennungszeichen. Begriffe wie Schacht, Förderkorb, Gezähe (Werkzeug), Bewetterung, Flöz, Streb, Waschkaue und Abraum gehören zum täglichen Vokabular. Die Arbeit unter Tage ist ungewohnt und hart, aber die Siebenbürger zeichnen sich durch Fleiß, Zuverlässigkeit und Ausdauer aus. Als die Familien in die von den Bergwerksgesellschaften erstellten Siedlungen in Herten-Langenbochum, Oberhausen-Osterfeld und in Setterich bei Aachen einziehen, wohnen sie in den damals modernsten Bergarbeitersiedlungen.

In ihrem unsichtbaren Gepäck haben die Neusiedler ihre Kultur und ihr Brauchtum aus Siebenbürgen mitgebracht. Straßen erhalten Namen siebenbürgischer Städte und Persönlichkeiten, Gemeinschaftseinrichtungen werden gebaut. Es werden Kreisgruppen der Landsmannschaft und Kulturgruppen gegründet, wie Blaskapellen, Chöre, Frauenvereine, Jugend- und Volkstanzgruppen. In den drei Siedlungen entsteht aktives Gemeinschaftsleben.
Es folgen 1955 die Übergabe der Staatsbürgerschaft und kurz danach die Erlangung der Vertriebeneneigenschaft und des Lastenausgleichs. Der Bundesvorstand der Landsmannschaft stand 1951/52 der Umsiedlung aus Österreich noch kritisch gegenüber, hatte von der „Kohleaktion“ entschieden abgeraten. 1953 bahnten sich Verbindungen zum damals noch kleinen Landesverband NRW an, von dem in den folgenden Jahren wichtige Impulse ausgehen und der eine der stärksten Stützen der Landsmannschaft in Deutschland wird.

Die Übernahme der Patenschaft durch das Land NRW im Mai 1957 ist ein wichtiges Ereignis für die Siebenbürger Sachsen. Sie gewinnen politischen und auch geistigen Rückhalt, können sich Jahrzehnte über großzügige Förderungen freuen. Die positiven Erfahrungen in den Bergwerkssiedlungen bewirken, dass weitere Siedlungsvorhaben angedacht werden. Der Landesvorstand, allen voran Robert Gassner, sucht nach geeigneten Orten im ländlichen Raum. Nach längerer Suche findet man in Drabenderhöhe einen geeigneten Platz. Erste Kontakte finden 1961 statt, im Dezember 1964 zieht die erste Familie ein und am 17. Juni 1966 sagt Robert Gassner, der „Vater der Siedlung“ bei der Einweihungsfeier „Wir sind daheim“. Es entstand eine Siedlung für 1500 Siebenbürger Sachsen mit Gemeinschaftsbauten wie Kulturhaus, Alten- und Pflegeheim, Kindergarten.
Heute leben (nach fünfmaliger Erweiterung) knapp 3000 Siebenbürger Sachsen aus 200 Ortschaften Siebenbürgens in der größten Siedlung. Heute – 60 Jahre nach der „Kohleaktion“, so Janesch, könne man sagen: Die Integration der Siebenbürger Sachsen in NRW ist gelungen. Es gilt Dank zu sagen den Großeltern und Eltern, die den beschwerlichen Anfang nicht gescheut haben. Ein besonderer Dank gelte aber auch dem Patenland, ohne dessen Unterstützung diese Entwicklung nicht möglich gewesen wäre. Aus dem Dank erwachse die Verpflichtung, das mitgebrachte kulturelle Erbe weiter zu bewahren und zu pflegen. „Härr hälf, dass es noch lange gelingt!“ und mit dem Bergmannsgruß „Glück auf“ schloß Enni Janesch die Einführung in die Ausstellung.

Enni Janesch/Ursula Schenker