Besuch einer Wiehler Delegation in Siebenbürgen

Eine Wiehler Delegation war vom 12. bis 19. Juli 2012 in Siebenbürgen. Mit tiefen Eindrücken und überwältigt von der großen Gastfreundschaft kehrte die Delegation der Stadt Wiehl aus Siebenbürgen zurück.


Die Wiehler Delegation von links nach rechts: Prof. Dr. August-Wilhelm Bödecker, Wiehl; Vize-Bürgermeisterin Stadt Wiehl, Bianka Bödecker; Bürgermeister Stadt Wiehl, Werner Becker-Blonigen; Stadtverordnete Stadt Wiehl, Enni Janesch; Bürgermeister Bistritz, Teodor Ovidiu Cretu; Vize-Bürgermeister Stadt Wiehl, Wilfried Bast; Harald Janesch, Wiehl

Auf Einladung der Stadt Bistritz nahmen Bürgermeister Werner Becker-Blonigen, die Vize-Bürgermeisterin Bianka Bödecker und der Vize-Bürgermeister Wilfried Bast sowie die Stadtverordnete Enni Janesch und ihr Mann Harry, beide auch als Kreisvorsitzende bzw. Ehrenvorsitzende der Landesgruppe NRW des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, an einer Tagung der europäischen Partnerstädte und der Heimatortsgemeinschaft von Bistritz teil.

Eine besondere Begegnung war das mehrmalige Zusammentreffen mit dem österreichischen Botschafter in Rumänien, seiner Exzellenz Dr. Michael Schwarzinger und seiner Frau Rosemaria, die noch verwandtschaftliche Beziehungen ins Rheinland haben. Neben den offiziellen Empfängen, einer Sonderratssitzung und gegliederten Einzelgesprächen der Teilnehmer wurden auch die Stadtentwicklungsprobleme der Stadt Bistritz präsentiert und aus den unterschiedlichen Ansätzen europäischer Betrachtung erörtert. Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz war die „nachhaltige Energie in Europa“. Hierzu erfolgten Präsentationen aus den deutschen, französischen, italienischen und polnischen Partnerstädten Bistritzs. Die Stadt Wiehl präsentierte ihren Energiebericht und brachte ihn in den Kontext zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Energiewende.


Bürgermeister von Wiehl, Werner Becker-Blonigen und Bürgermeister von Bistritz, Teodor Ovidiu Cretu

Bürgermeister Becker-Blonigen wurde die Ehre zuteil eine Ausstellung historischer Briefmarken und historischer Ansichtskarten aus dem vorletzten Jahrhundert im Kulturhaus der Stadt Bistritz miteröffnen zu dürfen. Wilfried Bast vertrat die Stadt Wiehl im Rahmen der symbolischen Fahrradtour durch das Stadtzentrum unter dem Motto „Moving in the right direction!“. Bianka Bödecker widmete sich dem Fotoengagement der ENGAGE-Kampagne zur Völkerfreundschaft und dem besonderen Engagement für benachteiligte junge Menschen. Nicht fehlen durfte der Besuch des Deutschen Gymnasiums und die Besichtigung der einzigen Renaissance-Kirche Siebenbürgens, der evangelischen Stadtkirche. Die dreitägige Konferenz wurde souverän von Bürgermeister Teodor Ovidiu Cretu und seinem Rathausteam organisiert und geleitet. Den krönenden Abschluss bildete ein Open Air-Konzert in der Fußgängerzone von Bistritz mit dem Klausenburger Symphonieorchester und drei jungen Tenören, darunter der in der Opernwelt bekannte Stefan Pop. Ein Feuerwerk zum Schluss des Konzerts verzauberte den Nachthimmel und begeisterte die zahlreichen Zuschauer.


Sonderratssitzung, von links: 1. stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk, Bürgermeister Christoph von den Driesch, (beide Herzogenrath), Bürgermeister der Stadt Bistritz Ovidiu Cretu, Bürgermeister Werner Becker-Blonigen und stellvertretender Bürgermeister Wilfried Bast (beide Stadt Wiehl)

Im Anschluss an die Tagung in Bistritz besuchte die Wiehler Delegation die Stadt Schässburg (Burg als Weltkulturerbe der UNESCO), stattete dem Dorf Stein und seinem Kirchenkurator Michael Konnerth einen Besuch ab, um in Kronstadt mit dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen, Herrn Wolfgang Wittstock, ein langes Gespräch über die politischen Bedingungen in der Stadt zu führen und anschließend in einem Stadtrundgang die bemerkenswerten städtebaulichen Veränderungen erläutert zu bekommen. Nicht fehlen durfte der Besuch der evangelischen Stadtkirche, der „Schwarzen Kirche“ in Kronstadt, unter der fachkundigen Führung durch Herrn Pfarrer i.R. Christian Reich. Es folgte die Besichtigung der Kirchenburg Honigberg und die sachkundige Führung durch Herrn Pfarrer Kurt Boltres sowie die als Weltkulturerbe ausgezeichnete Kirchenburg in Tartlau mit der entsprechenden fachkundigen Begleitung durch Herrn Pfarrer András Pál.

Einen Höhepunkt der Reise bedeutete der Besuch in Deutsch-Weißkirch und der Empfang durch Frau Bürgermeisterin Caroline Fernolend, die Führung durch die Kirchenburg, ebenfalls Weltkulturerbe, durch die Burghüterin Sara Dootz, die Betrachtung der beiden Häuser von Prinz Charles und des Anwesens von Peter Maffay. Die gemeinsame Jause mit bäuerlichen Produkten aus eigener Erzeugung rundete den Besuch ab.

Die ebenfalls als Weltkulturerbe ausgezeichnete Kirchenburg Bierthälm durfte nicht fehlen, genauso wenig der Besuch der Stadtpfarrkirche in Mediasch unter fachkundiger Führung Herrn Hugo Schneider.

Den abschließenden Höhepunkt der Reise bildete der Empfang beim Oberbürgermeister der Stadt Hermannstadt, Herrn Klaus Johannis, dessen Heimatstadt als europäische Kulturhauptstadt im Jahre 2007 ihre Würdigung erfahren hatte. Die Gespräche wurden abgerundet durch einen Empfang beim Bischof der evangelischen Kirche in Rumänien, Herrn Reinhart Guib und mit dem Gedankenaustausch mit dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbürgen, Dr. Jürgen Porr.

Den Abschluss der Reise bildete die Besichtigung der ältesten Kirchenburg in Heltau und das gemeinsame Mittagessen im Erholungsheim Elim mit dem in Wiehl schon oft begrüßten ehemaligen Bischof D. Dr. Christoph Klein.

Nicht zu vergessen ist das Zusammentreffen mit Dr. Hans Georg Franchy, ehemaliger Kreisveterinär des Oberbergischen Kreises und Ehrenvorsitzender des Tennisclubs Drabenderhöhe, der es sich nicht nehmen ließ, die Delegation in Bistritz zu begleiten und am letzten Abend, zusammen mit seiner Frau Lilly, zu einem gemeinsamen Abschiedsgrillen in sein bäuerliches Anwesen nach Vale einzuladen.

Als Fazit lässt sich feststellen, dass die 800 Jahre währende Besiedlung und Gestaltung ihres Lebensraumes in Siebenbürgen durch die Menschen deutscher Nationalität tiefe Spuren hinterlassen hat und ohne die Zeit der kommunistischen Diktatur Ceau?escus wohl heute noch eine Fortsetzung erfahren hätte. So bleibt es festzustellen, dass diejenigen, die geblieben sind, für Rumänien eine wichtige Brücke nach Europa darstellen und zugleich ein Beispiel dafür geben, dass in einem Land Europas, neben dem nationenprägenden Bevölkerungsteil, 18 Minderheiten in verschiedenster Ausprägung, mal miteinander und mal nebeneinander, mit viel Mühen und Anstrengungen den Aufbau einer Demokratie und den Weg in ein gemeinsames Europa beschreiten. Die Reise hinterließ bei allen Beteiligten tiefe Eindrücke, viel Nachdenklichkeit und die Gewissheit, dass Europa, trotz aller Probleme und Schwierigkeiten des Miteinanders, unser aller Zukunft sein wird. Besonders dankbar ist die Wiehler Delegation Enni und Harry Janesch, die versucht haben, in wenigen Tagen 800 Jahre Vergangenheit, die Gegenwart- und die Zukunftsperspektiven durch die Organisation vieler Besichtigungen und Gespräche zusammenzufassen.

Ergriffen von dem in dieser Woche Erlebten, aber ermattet von der Hitze, kehrte die Delegation ins vertraute Wiehl zurück.

Einstieg durchs Badezimmerfenster

Durch das Badezimmerfenster eines Einfamilienhauses in der Straße „Am Pferdefeld“ in Drabenderhöhe stiegen unbekannte Täter in das Haus ein. Der Einbruch fand im Tatzeitraum von Montag, 17:30 Uhr bis Dienstag (14.08.), 06:45 Uhr statt. Die Einbrecher durchsuchten einige Räume der Wohnung und stahlen einen Möbeltresor mit Münzen. Hinweise auf verdächtige Personen, Pkw oder Fahrzeuge bitte an die Polizei unter dem kostenfreien Notruf 110.

Hans Otto Tittes: „Wunschdenken“

Hans Otto Tittes Beim Zahnarzt sitzt man gewöhnlich recht lange, bis man dann endlich „malträtiert“ wird. Dazu ein paar Gedanken von Hans Otto Tittes:

Wunschdenken
von Hans Otto Tittes

Gäb es kein Zahnweh auf der Welt,
wär’s für Millionen gut bestellt:
Es liefen nämlich all die Leute
zufriedener herum als heute,
wo sie beim Zahnarzt lange Zeit
sich sitzen ihren Hintern breit.

Natürlich gäb’s mit Prophylaxe
viel seltener den „Zahnweh-Maxe“,
doch ignoriert der die und tut
gar nichts dafür, bis ganz akut
es sich in seinem Mund zuspitzt:
Drum – heute er beim Zahnarzt sitzt!

Kann den Defekt der Doktor glätten,
den Zahn per Wurzelresektion noch retten,
ist’s gut und der Patient sich schwört,
nachdem er Ratschläge gehört,
dass Prophylaxe wird ab nun
er täglich dem Gebiss antun.

Trotz Prophylaxe zur Genüge
zerkrümelt manch Oral-Gefüge;
und statt ’nem schlabbrigen Gebiss,
gepaart mit reichlich Ärgernis,
hat dann der Arzt den Tipp parat:
Das bombenfeste Implantat.

Auch wenn dies alles schön mag klingen,
die Kosten grad noch zum Erschwingen,
war’s eh und je und ist’s das Best‘,
die eig’nen Zähne sitzen fest;
und wenn man geht einmal pro Jahr
zum Zahnarzt-TÜV, wär das nicht wunderbar?

Da dieses, wie’s der Titel zeigt,
ist Wunschdenken für ein Gebiss,
wird man auch weiter manche Stund‘
beim Zahnarzt sitzen ganz gewiss!

Feuerwehr: Scheunenbrand in Immen

Am Sonntag um 15:11 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Scheunenbrand nach Immen alarmiert. Innerhalb einer engen Bebauung bestehend aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und einem Wohnhaus hatte ein Wohnwagen Feuer gefangen.


Foto: Christian Melzer

Der schwerverletzte Bewohner des Wohnwagens wurde vom Rettungshubschrauber in ein Kölner Krankenhaus verbracht. Das Feuer hatte sich bereits auf Fassadenelemente und Gebäudeteile der angrenzenden Bebauung ausgedehnt.

Die Feuerwehr konnte per Riegelstellung ein Übergreifen auf die anderen Gebäude verhindern und anschließend das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Damit konnte in letzter Minute die Räumung der Stallung vermieden werden. Aufgrund der baulichen Situation und der Lagerung von Futtermitteln und Brennholz usw. gestaltete sich der Einsatz hinsichtlich Brandwache und Ablöschen letzter Brandnester sehr aufwändig.

Die Feuerwehreinheiten Bielstein und Drabenderhöhe waren mit 36 Einsatzkräften vor Ort. Einsatzleiter war Andre Denni aus Drabenderhöhe, Zugführer des Löschzuges 2 der Feuerwehr der Stadt Wiehl.

Besuch aus Kanada: „Melodien der Heimat“

„Danke dafür, dass Sie Herzen und Häuser aufgetan haben, um ein paar Stunden mit uns zu verbringen. Mögen diese Stunden dazu beitragen, dass wir den Mut an unserer Arbeit nicht verlieren.“ John Werner, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada, dankte mit diesen Worten den Landsleuten in Drabenderhöhe für die Gastfreundschaft, die der Transylvania Hofbräu Band und Dance Group auf ihrer Europa-Tournee entgegengebracht wurden.

Begegnungen dieser Art sollen gerade bei den jungen Menschen das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärken. „Was wir hier zeigen, ist nicht die große künstlerische Spitzenleistung, sondern ein Herzensbekenntnis zu unserer Kultur“, rief Werner den vielen Gästen zu, die am 11. Juli zum „Abend der Begegnung“ ins Kulturhaus gekommen waren. Um es gleich vorweg zu sagen: Sie erlebten einen wundervollen Abend, gespickt mit beschwingten und bekannten Melodien.

„Schön, dass ihr den weiten Weg von Kanada über Österreich und Bayern hierher nach Drabenderhöhe gefunden habt. Wir sind froh, dass ihr hier seid. Das zeigt Verbundenheit über die Grenzen hinweg“, so Kreisgruppenvorsitzende Enni Janesch in ihrer Begrüßung. Besondere Grüße galten den zahlreichen Ehrengästen, unter ihnen Dr. Peter Boehm, Kanadas Botschafter in Berlin, Wiehls Bürgermeister Werner Becker-Blonigen und Rainer Lehni, Stellvertretender Bundesvorsitzender und Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland.

Der 1954 in Kanada geborene Diplomat Boehm, dessen Eltern aus Waltersdorf und Draas stammen und der 2008 zu einem Antrittsbesuch in Drabenderhöhe war, erzählte, dass er mit seiner Familie schon mehrmals in Siebenbürgen gewesen sei: „Für mich ist es wichtig, dass meine Kinder sehen, woher die Großeltern kommen.“ Für Bürgermeister Becker-Blonigen, der am nächs­ten Tag mit Enni und Harald Janesch zu seiner ersten Reise nach Siebenbürgen startete, hielt der Botschafter einen guten Tipp parat: „Trinken Sie am Ende des Tages eine Zuika, das ist wirklich eine gute Sache. Nur so hält man das stramme Programm aus. Nehmen Sie meine Empfehlung an.“

Becker-Blonigen betonte in seinem Grußwort, welch eine Bereicherung die Siebenbürger Sachsen mit ihrer Kultur für Wirtschaft und Politik in Wiehl seien. Vor seiner ersten Reise nach Sieben­bürgen habe er sich nochmals intensiv mit der Geschichte auseinandergesetzt, frage sich aber immer noch, wie über 800 Jahre lang Kultur und Brauchtum gehegt und gepflegt werden konnten.

Der Föderationsaustausch zwischen Kulturgruppen der Siebenbürger Sachsen, der jedes zweite Jahr stattfinde, sei eines der wichtigsten Elemente der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, betonte Rainer Lehni. Obwohl man in mehreren Ländern verstreut lebe, pflege man siebenbürgisch-sächsische Kultur und Gemeinschaft weiter. Auch wenn bei manch jüngeren Menschen die deutsche Sprache fehle, seien sie dennoch stolz auf ihre Herkunft und tragen gerne die siebenbürgisch-sächsische Tracht. Und das in einem international geprägten Umfeld. „Die kleine Fahne der Siebenbürger Sachsen in Kanada wird aufrechtgehalten“ – dafür dankte Lehni den Gästen aus Übersee. Er freute sich, sie in der weltweit größten geschlossenen siebenbürgisch-sächsischen Siedlung zu begrüßen.

John Werner, der Enni und Harald Janesch seit 40 Jahren freundschaftlich verbunden ist, freute sich sehr über den Besuch des Botschafters, mit dem er in seiner Jugend in Kanada aufgewachsen ist. Die starke Verbundenheit mit Hei­mat, Sitten und Bräuchen habe auch jenseits des Teiches dazu geführt, dass man sich zusammenschloss und Tanzgruppen, Chor, Blasmusik und eine deutsche Sprachschule gründete. 1951 entstand der Transylvania Club in Kitchner, der als Zentrum der Siebenbürger Sachsen gilt. Es gebe immer wieder Idealisten, die Zeit und Geld opfern, um Bräuche und Kultur zu erhalten und zu pflegen. Das sei sehr schwer, sagte Werner, und manchmal frage man sich: „Wie lange noch?“

Das Programm der kanadischen Gäste war vom Feinsten, und der Funke der Begeisterung sprang von den Akteuren schnell auf das Publikum über. Die Drabenderhöher belohnten Band und Tanzgruppe mit viel Beifall und Zugaberufen. Mit dem „Siebenbürger Marsch“ eröffneten Dirigent Jeremy Frim und seine Musiker das Programm. Die Volkstanzgruppe drehte sich zu den Klängen des „Siebenbürger Mädel“. Weiter ging es mit „Auf der Vogelwiese“ über ein Volkslieder-Walzerpotpourri „Rauschende Wälder“ zu „Jägers Abschied“. Kolina Tavares, Haily und Tyler Rich, erfreuten bei „Happy Dancing“ mit schönem Gesang. Dave Gellner, Jim Glasser und Ron Schatz präsentierten sich als Solisten bei „Zwei Böhmische Musikanten“ und bei dem Seemannslieder-Potpourri „Willkommen an Bord“. Der Jugendchor animierte zum Mitsingen, und schon bald erklangen vielstimmig Lieder wie „Wahre Freundschaft“ und „Wenn alle Brünnlein fließen“. Die Volkstanzgruppe bewies zur Musik von „Na, Na, Na“, dass auch moderne Rhythmen zu ihrem Repertoire gehören, bevor das Programm mit dem Siebenbürgen-Lied endete.

Ungeduldig wurden am nächsten Tag die „Kanadier“ im Alten- und Pflegeheim Haus Siebenbürgen erwartet. Es hatte sich herumgesprochen, dass ihr Programm reine Lebensfreude vermittle und deutliches Bekenntnis zur Identität der Siebenbürger ablege. Zu Tränen gerührt waren die alten Menschen, als die Blaskapelle unter anderem „Nach meiner Heimat“ intonierte und Haily Rich und Ron Schwarz gefühlvoll das Solo dazu sangen. „Das haben wir als Kinder gesungen“, riefen einige der Senioren und summten leise mit. „Diese Musik wird in den Herzen der Bewohner noch lange nachklingen“, urteilte Heimleiter Friedrich Barth.

„Das Beste und Schönste auf unserer Tour war und ist, dass unsere siebenbürgischen Landsleute sich über unseren Besuch freuen“, sagte John Werner. „Wir kennen uns anfangs nicht, aber nach einigen Stunden fühlen wir uns wohl.“ Stolz zeigte er sich darüber, dass die Siebenbürger Sachsen in aller Welt daran arbeiten, ihre Sitten und Bräuche aufrechtzuerhalten. Gut findet er, dass junge Menschen heute ihre Ideen und Gedanken über E-Mail und Facebook austauschen und so miteinander verbunden sind.

Am 12. Juli wurden die Gäste von Pfarrer i.R. Kurt Franchy und Ehefrau Renate nach Köln geführt, wo eine Dombesichtigung und eine Altstadtführung organisiert worden waren. Nach dem Streifzug durch die Domstadt wurden die Besucher im „Haus Siebenbürgen“ in Drabenderhöhe empfangen, wo nach dem Auftritt ein leckeres Abendessen auf sie wartete. Freitags fuhren die Gäste nach Herten, wo die Tournee am Sonntag endete.

Ursula Schenker