Hans Otto Tittes: Kindliche Fehldeutung

Hans Otto Tittes Hans Otto Tittes: „Die Adventszeit naht und dann ertönen aus vielen Lautsprechern Weihnachtslieder in Kaufhäusern, auf Weihnachtsmärkten aber auch zu Hause. Dies erinnert mich an eine wahre Geschichte, wo ein kleiner Junge, des Lesens noch nicht mächtig, zwar kräftig mitsang, doch einiges falsch deutete. Ganz nebenbei: Der kleine Junge, inzwischen schon ein alter Mann, wohnt auch hier in Drabenderhöhe. Hier nun meine Zeilen dazu…“

Kindliche Fehldeutung
von Hans Otto Tittes

Als Kind, besonders wenn noch klein,
versteht man manche Wörter nicht,
wenn man sie einfach nur so hört
in einem Lied oder Gedicht.

So war es einem Bub ergangen,
als „Alle Jahre wieder…“ klang
zu Weihnachten und er nachplappernd
aus voller Kehle stolz mitsang.

Hier heißt es, dass „das Christkind kehrt
mit seinem Segen ein ins Haus.“
Der Knirps verstand das jedoch nicht
und wurde auch nicht schlau daraus.

Zum Kehren, wusste er bisher,
gehört ein Besen mit ’nem Stiel,
doch hier sang man von Segen nun,
das war für jenen Knirps zu viel!

Ganz ähnlich ging’s bei „Stille Nacht“.
Dort heißt’s, dass „Gottes Sohn“, und dann
klingt’s weiter lieblich „oh, wie lacht“,
was man wie folgt verstehen kann:

Der Bub war davon überzeugt
und hiervon auch nicht locker ließ,
dass Gottes Sohn, so dachte er,
mit Namen eben Owi hieß!

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