Muttertagsfeier des Frauenvereins: Ein tolles Programm und ein Abschied

„Meine Mami ist ein irrer Typ. Gerade darum hab ich sie so lieb…“, sangen lauthals die Drabenderhöher Spatzen im Kulturhaus und eroberten damit im Sturm die Herzen der rund 200 Muttis und Omis die zur Muttertagfeier des Frauenvereins gekommen waren.

Regine Melzer begleitete die kleinen Sängerinnen auf der Gitarre, die noch „Omas Stricktanz“ und „Singen ist ´ne coole Sache, etwas was ich gerne mache“, erklingen ließen.

Die Drabenderhöher Spatzen. Fotos: Ursula Schenker
Die Drabenderhöher Spatzen. Fotos: Ursula Schenker

„Das habt ihr super gemacht“, lobte Adelheid Scheip, Vorsitzende des Frauenvereins, die kleinen Spatzen für ihren Gesang und dankte den Eltern dafür, dass sie sich Zeit genommen haben, um ihre Pänz zum Auftritt zu begleiten. „Liebe Mama, eins ist klar, du bist einfach wunderbar“, für das Gedicht, das Nils Horwad vortrug, gab es ebenfalls viel Beifall.

„Ein besonderer Muttertag“, nannte die Theatergruppe der Grundschule unter Leitung von Ingrid Melzer ein Stück, bei dem sie selbst die Autoren waren. Sie haben die einzelnen Rollen geschrieben, die Kulisse gebaut und gemalt. Es war eine Geschichte, die viele Mütter kennen dürften: Gebastelte Geschenke wurden nicht rechtzeitig fertig, der Kuchen im Backofen verbrannte, aber Mami sagt: „Die Hauptsache ist, alle sind da und wir sind vereint.“ Mit einem fröhlichen Tanz und dem Lied „Ich hab dich lieb, ich bin so froh, dass es dich gibt“, verabschiedeten sich die Grundschüler von der Bühne.

Die älteste und jüngste Mutter: Maria Kirscher (li.) und Charlotte Schemmel mit ihren Töchtern Joyce Emilie (re.) und Julie Marie (li.)
Die älteste und jüngste Mutter: Maria Kirscher (li.) und Charlotte Schemmel mit ihren Töchtern Joyce Emilie (re.) und Julie Marie (li.)

Carina und Clara Göckel intonierten wunderschön auf Klarinette und Trompete unter anderem das Lied „Mutterherz“. Isabell Stenner dankte mit einem Gedicht für „stets offene Arme in die ich immer flüchten kann“. Hannelore Brabender trug „Blühender Muttertag“, Zeilen der Drabenderhöher Heimatdichterin Susanne Kräutner vor. Die „Lady Liner“ erfreuten mit ihren rhythmischen Tänzen und Kathi Fink sorgte für Heiterkeit mit einer Geschichte von Steffi Quandt „Nein, ich will mich nicht entspannen“.

Stellvertretend für alle Mütter und Großmütter wurden zwei Frauen geehrt: Maria Kirscher und Charlotte Schemmel. Die 81jährige Maria Kirscher, die im siebenbürgischen Sächsisch-Regen das Licht der Welt erblickte, musste 1944 mit dem Treck die Heimat verlassen. In Oberhausen lernte sie ihren inzwischen verstorbenen Ehemann Kurt kennen, gebar ihm eine Tochter. 1962 kam sie mit ihrer Familie nach Drabenderhöhe und gehörte zu den ersten Bewohnern der Siedlung. 25 Jahre arbeitete Maria Kirscher als Krankenschwester im Gummersbacher Krankenhaus. Sie hat zwei Enkelkinder.

Die jüngste und die älteste Mutter mit der Vorsitzenden des Frauenvereins Adelheid Scheip und Ingrid Bosch (li.)
Die jüngste und die älteste Mutter mit der Vorsitzenden des Frauenvereins Adelheid Scheip und Ingrid Bosch (li.)

Die jüngste Mami heißt Charlotte Schemmel, geborene Wölfel, kam 1985 in Schäßburg zur Welt und 1990 nach Deutschland. Die gelernte Physiotherapeutin hat zwei Töchter: Joyce Emilie, die am 17. Oktober 2018 geboren wurde und Julie Marie, geboren am 29. Januar 2016. Ihr Ehemann ist Andreas Schemmel. Neben ihrer Familie liebt sie die Gartenarbeit und das Malen.

Dr. Roswita Guist: Abschied nach 25 Jahren

„Alles hat seine Zeit“, erklärte Dr. Roswita Guist bei der Muttertagfeier des Frauenvereins den Besucherinnen zu Beginn ihrer Festansprache. „Ich stehe im 82. Lebensjahr und möchte mich von dieser Aufgabe verabschieden.“ 24 Mal, also seit 24 Jahren, habe sie zu Muttertag auf der Bühne gestanden und zu den Frauen gesprochen. Die Weihnachtsfeiern habe sie 25 Jahre mit ihren Worten begleitet und sie habe das nach intensiven Vorbereitungen „immer gerne getan“.

Sie sei Gott dankbar dafür, dass er es ihr ermöglicht habe, so viele Jahre diese Aufgabe zu übernehmen und stellte ihre Festansprache unter die Losung: Gott spricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“. Sie erinnerte daran, dass Menschen immer wieder in Situationen kämen, in denen sie enttäuscht werden und getröstet werden möchten.

Dr. Roswita Guist ist eine bemerkenswerte Frau. Sie engagierte sich neben ihrer Familie unermüdlich für die Siebenbürger Sachsen, die Kirche, Jugendarbeit, Frauenfortbildung und in der Kommunalpolitik. Bereits 1994 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, die FDP verlieh ihr die Theodor-Heuss-Medaille. Dazu kommen mehrere Auszeichnungen vom Verband der Siebenbürger Sachsen. Neben ihrem Dienst als Schulleiterin in Bad Soden legte sie 1974 ihre Doktorprüfung im Fachbereich Evangelische Theologie an der Uni Frankfurt ab, wurde ordiniert zum Dienst an Wort und Sakrament. Für den Evangelischen Kirchenkreis An der Agger hielt Guist Gottesdienste, leitete den Bibelgesprächskreis und den Weltgebetstag.

Sichtlich bewegt verabschiedete sich Adelheid Scheip von der Theologin, die die beiden großen traditionellen Veranstaltungen des Frauenvereins über 25 Jahre mit ihren besinnlichen Worten begleitet hat und bedankte sich für die wunderbaren Festansprachen: „Du wirst uns fehlen.“

Ursula Schenker

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