Weihnachtsblues in der Dorfschänke

Knapp fünf Monate nach ihrem ersten Auftritt kamen am 19. Dezember Dr. Mojo wieder nach Drabenderhöhe. Wie im Juli nahm die Remscheider Zweimannband die Besucher wieder mit auf ihre Blues und Oldietour.

Trotz arktischer Kälte und glatter Straßen hatten nicht nur Klaus Stachhuletz und sein Partner Uli Spormann den Weg in die Dorfschänke gefunden. Die zahlreichen Gäste ließen sich anfangs erstmal eine von Rolf Langs XXXL-Angeboten wie Schnitzel, Hamburger oder Currywürste schmecken, um sich dann von den beiden Musikern durch den Abend begleiten zu lassen.

Zu Anfang ging es auch gar nicht so richtig weihnachtlich zu und bei Stücken von Carlos Santana wurde dann auch schon mal das Tanzbein geschwungen. Erst nach der zweiten Pause brachte Dr. Mojo, entsprechend der Jahreszeit, besinnliche Musik. Titel die zum Nachdenken, aber auch zum Mitsingen einluden.

Mit ihrer letzten Zugaben „Walk a while in my shoe“ entließen die beiden ihre Gäste auf einen frostigen Nachhauseweg. Gegen Mitternacht zeigte das Thermometer in der Alten Kölner Straße minus 14 Grad an.

Es war ein besinnlicher und schöner Abschluss der 2009er Veranstaltungsreihe in der Dorfschänke. Rolf Lang hat sich damit einen riesigen Berg Arbeit aufgelastet, aber die vielen netten Gäste und durchweg guten Bands haben da sicher einiges wieder wett gemacht.

Alle hoffen nun, dass Rolf auch 2010 weiterhin gute Bands nach Drabenderhöhe holt und dort anknüpft, wo es mit dem Weihnachstbluesabend 2009 erst einmal endet.

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Text und Fotos: Harald Schottner

2. Jennecker Nikolausfeier: Der Nikolaus kam mit der Kutsche

Am 11. Dezember fand die 2. Jennecker Nikolausfeier im Dorfhaus statt. 18 Kinder, im Alter zwischen 3 und 12 Jahren, bastelten gemeinsam den Weihnachtsbaum- und Fensterschmuck, der dem Dorfhaus anschließend den notwendigen festlichen Rahmen verlieh.

Zwischendurch wurden Weihnachtsgeschichten vorgelesen und Lieder, zusammen mit der dorfeigenen Weihnachtsband, gesungen. Von den selbstkreierten Süßigkeiten wurde natürlich auch genascht.

Dann plötzlich hörte man hufgeklapper und ein lautes „Hoh, Hoh, Hoh“ schallte durch den Hof. Der Nikolaus kam mit einer Pferdekutsche!

Nachdem der Nikolaus mit einigen Liedern begrüßt wurde, rief er die Kinder einzeln auf und bedachte sie behutsam mit Lob und Tadel. Allen Kindern überreicht er anschließend eine Nikolaustüte „aus dem eigenen Fan-Shop!“ Aus den Stiefeln brauchte er in diesem Jahr nicht zu springen, aber es verblüffte schon, wie gut er sich in Jennecken auskennt.

Zum Abschluss wurde der Nikolaus mit weiteren Weihnachtsliedern verabschiedet, bevor er sich wieder auf die Kutsche schwang und in der Dunkelheit verschwand.

Eines ließ er die Organisatorinnen aber noch wissen: „Es gibt nur wenige Veranstaltungen, die in einem solchen festlichen Rahmen stattfinden und wo die Kinder so gut mitziehen und vorbereitet sind!“ Ein Kompliment von höchster Stelle!

Weiter Bilder von der Jennecker Nikolausfeier unter www.jennecken.de.

GGS Drabenderhöhe hat erneut die Stadtmeisterschaft der Wiehler Grundschulen im Schwimmen gewonnen

Nach dem überraschend guten Abscheiden im letzten Jahr, hat die Schulmannschaft auch bei der diesjährigen Stadtmeisterschaft im Schwimmen den Gesamtsieg vor den Grundschulen aus Oberwiehl, Wiehl und Bielstein errungen.

Die Schülerinnen und Schüler belegten in den Mannschaftsdisziplinen Kraul- und Rückenkraulschwimmen jeweils den ersten Platz. Auch die Kraul- und Bruststaffel konnte unsere Schulmannschaft in zwei spannenden Wettkämpfen für sich entscheiden. Im Brustschwimmen erreichten die Kinder einen guten zweiten Platz und mussten nur knapp der Grundschule aus Bielstein den Vortritt lassen.

Durch die sehr guten Platzierungen in allen ausgetragenen Schwimmwettkämpfen hat die Schulmannschaft so die Gesamtwertung sehr deutlich für sich entscheiden können.

Sehr erfreulich war nicht nur die Gesamtleistung der Schulmannschaft, sondern, dass jedes Kind seine eigenen Schwimmzeiten verbessern konnte und somit zu den unerwarteten Erfolgen beigetragen hat.

Siebenbürgisch-Deutsches-Heimatwerk: Adventausstellung

Am zweiten Advent hatte das Siebenbürgisch-Deutsche-Heimatwerk im Pavillon des Hauses Siebenbürgen-Drabenderhöhe seine alljährliche Adventausstellung. Diese Adventausstellung blickt auf eine über 30-jährige Tradition zurück. Das Team des Heimatwerkes freut sich jedes Jahr auf diese Veranstaltung, die auch den Bewohnern des Hauses die Möglichkeit gibt, sich an den Ausstellungsstücken zu erfreuen.

Von links: Edith Foith, Uta Beckesch und Hedda Truetsch – Foto und Video: Christian Melzer

Das Siebenbürgisch-Deutsche-Heimatwerk bietet viele Bücher mit siebenbürgischer Literatur an, so auch das Buch der diesjährigen Literaturnobelpreis-Trägerin Herta Müller „Atemschaukel“. Die Nachfrage nach siebenbürgischen Stickereien hat merklich nachgelassen, die Keramikkrüge und -vasen sind nach wie vor gefragt.

Die Leiterin des Heimatwerkes Uta Beckesch: „Die Volkstanzgruppen freuen sich, wenn sie die benötigten Trachtenbänder bei uns finden. Es wäre sehr schön und wünschenswert, wenn jüngere Frauen sich für unsere Arbeit interessieren würden, damit die Nachfolge für unser Heimatwerk gesichert wird. Wir bemühen uns nach wie vor mit Freude unsere siebenbürgische Volkskunst zu erhalten und weiter zu pflegen.“

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Katharinenball 2009: „Moral in Gefahr“

Zum Katharinenball am 21. November 2009 hatte der „Honterus-Chor“ Drabenderhöhe wieder ins Kulturhaus-Hermann-Oberth eingeladen und es waren viele Besucher – auch viele Jugendliche – zur Freude der Veranstalter dieser Einladung gefolgt.

Der Vorsitzende des Chores, Günther Schuller, begrüßte die Zuschauer, besonders die Katharinen und dankte den Ehrengästen für ihr Interesse an dieser Veranstaltung.


Honterus-Chor – Fotos und Video: Christian Melzer

Traditionsgemäß übernahmen die Sänger des Chores unter der Leitung ihrer Dirigentin Regine Melzer die musikalische Begrüßung. Die Auswahl der Lieder sollte die Zuhörer auf das folgende lustige Theaterstück einstimmen. „Lasst den Chor erschallen“ von Robert Pappert; „Nor tea bäst schuld“ Text: Grete Lienert, Musik: Hans Mild; „Heißa, Kathreinerle“ Volkslied, bearbeitet von Regine Melzer; „De Baonk“ Georg Meyndt.

„Es war so lustig, ich habe so viel gelacht“ hörten die Chormitglieder und Schauspieler von vielen Zuschauern nach dem Theaterstück. „As Lisi huet Gest“ (Unsere Lisi hat Gäste) von Peter Rieß, ins Sächsische übersetzt von Egon Machat.

Enni Janesch – als bewährte Leiterin und Souffleuse der Theatergruppe des Honterus-Chores – hatte dieses sehr lustige mundartliche Volksstück für den Katharinenball (21. November 2009) ausgesucht und einstudiert. Es ist ihr wieder gut gelungen, die „Schauspieler“ der geeigneten Rolle zuzuordnen.

In einem sächsischen Dorf ist nach den althergebrachten Sitten „die Welt noch in Ordnung“. Auch die Rollenverteilung in der Familie ist noch klar umrissen. Die Frau macht die Hausarbeit – Gerda Gusbeth als Bäuerin Lisi Schuster. Der Mann arbeitet auf dem Feld – Reinhard Wellmann als Gerch Schuster – der aber auch möglichst jeder Schwierigkeit aus dem Wege geht, indem er Zuflucht beim „Pali“ (Schnaps) seines Nachbarn Hans sucht.


In diesem Stück ist die Kleidung (Mode) ein wichtiges Merkmal der Rollenverteilung: Die Frauen haben Röcke und Kleider zu tragen, die Männer natürlich Hosen. Zudem „stutzen“ (schneiden) sich die Männer die Haare auch recht kurz. In den Städten hat aber die Moderne schon Einzug gehalten.

Während eines Urlaubs am Schwarzen Meer hat die Familie Schuster zwei Ehepaare kennengelernt und zu einem Besuch eingeladen, was diese auch gern angenommen hatten. Nun kommt also ein junger Ingenieur mit langen Haaren aus Bukarest zu Besuch zur Familie Schuster. Vor allem Franka Hihn – als Karl Eichner aus Bukarest – gelang es mit viel Elan und Temperament diese recht schwierige Hosenrolle umzusetzen und die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Lisi und die neugierige Nachbarin Maio – überzeugend gespielt von Ilse Bartesch – halten ihn natürlich wegen seines langen Haares für ein Mädchen. Karl, ein pfiffiger Spaßvogel, erkennt sofort, dass sich hier ein riesiger Spaß entwickeln kann. Er lässt die beiden Frauen in dem Glauben, er wäre ein Mädchen.

Als nun auch noch Elfriede Kernbacher, gespielt von Miriam Hermann, aus Temeschwar in Jungenkleidern anreist, sind sich die beiden Frauen sicher, wirklich einen Jungen vor sich zu haben. Einwände lassen sie einfach nicht gelten. Die zwei erwachsenen Kinder der Familie Schuster, Trudi – gespielt von Christine Rochus – und Walter – gespielt von Jürgen Bartesch – erkennen schnell den Rollenwechsel und spielen natürlich gerne mit, ohne ihre Eltern einzuweihen. Es kommt wie es kommen muss: die beiden Jungen – Karl und Walter – verlieben sich in die beiden Mädchen – Trudi und Elfriede. Dabei entwickelt sich ein Spiel mit Geheimnissen, Verwechslungen und Vorahnungen. Die Jugendlichen nützen natürlich die Unkenntnis der Erwachsenen aus, auch wenn sie dabei manchmal Lehrgeld zahlen müssen. Vor allem Karl, der als Karla die Rolle und die Aufgaben eines Mädchens übernehmen muss. (Er lernt, dass Frauenarbeit ein hartes Los ist: Kochen, Putzen, Bügeln und – oh je! – Kleider und Schuhe mit hohen Absätzen tragen). Ebenso geht es Elfriede, die ja nun als Friedel die Aufgaben eines Jungen erledigen soll (Mist ausfahren, Holz hacken, Vieh versorgen – wo sie doch lieber kochen würde).

Dies geht so lange gut, bis der Vater Gerch eines Nachts feststellt, dass sein Sohn Walter mit Carla und seine Tochter Trudi mit Friedel zusammen schlafen. Er informiert sofort seine Frau, die sich ja selbst als das „Oberhaupt“ der Familie ansieht, über diese „unmoralischen“ Zustände in ihrem Haus. Die brave und tugendsame Bäuerin Lisi ist entsetzt und weiß keinen Rat – ahnt aber immer noch nichts. Zusammen mit der Nachbarin schickt sie den Familien Eichner aus Bukarest und Kernbacher aus Temeschwar je ein Telegramm. Text: „Sofort kommen! Moral in Gefahr!“

Als nun die Mutter von Karl – gespielt von Melitta Knecht – eine schicke und selbstsichere Bukaresterin, und der Vater von Elfriede – gespielt vom Vorsitzenden des Honterus-Chores Günther Schuller – angekommen sind, möchten sie natürlich sofort erfahren, welche Gefahr ihren Kindern drohen würde. Die nun folgenden Versuche einer Erklärung dieser Situation führen zu einem solchen Durcheinander, dass niemand mehr weiß, wer in dieser Komödie Männlein oder Weiblein ist. Ganz abgesehen davon, ob wirklich etwas „Unmoralisches“ passiert ist. Zum Glück haben die Jugendlichen die Situation nicht ausgenutzt und bewiesen, dass sie sehr wohl ein Gefühl für „Moral“ haben und zeigen den Eltern wer mit wem „verbandelt“ sein will. Doch Mutter Lisi hat bis zum Schluss Zweifel. Bevor sie ihre Einwilligung zu den von den jungen Leuten gewünschten Hochzeiten gibt, fordert sie von allen, sogar von ihrem Mann, ein „Zeugnis“ vom Doktor, damit sie weiß, woran sie mit jedem ist.

Wer ist schuld an diesem ganzen Spektakel? Trudi bringt es auf den Punkt: „An der Verwechslung ist niemand Schuld, nur diese alberne, neue Mode.“

In dem Lied „Nor tea bäst schuld“ von Grete Lienert hatte der Honterus-Chor ja bereits am Anfang die Schuldfrage geklärt – natürlich die Frauen.

Zum Abschluss des Katharinenballes spielte die Melzer-Band, die bereits seit 1984 ohne Unterbrechung für den musikalischen Teil des Abends zuständig waren, zum Tanz auf und sorgte für gute Stimmung bei den Besuchern.

Helga Bosch

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