Honterus-Chor

Der in der Siebenbürgen-Sachsen-Siedlung Drabenderhöhe 1966 gegründete Honterus-Chor bekennt sich durch die Wahl des siebenbürgischen Reformators Johannes Honterus als Namenspatron zu seinen siebenbürgischen Wurzeln.

Das Repertoire des Chores enthält geistliches, weltliches und siebenbürgisch-sächsisches Liedgut.

Zu den jährlichen traditionellen Veranstaltungen des Honterus-Chores zählen die musikalische Gestaltung eines Konfirmationsgottesdienstes, der Katharinenball mit der Aufführung eines Theaters in sächsischer Mundart und das Weihnachtskonzert in der evangelischen Kirche Drabenderhöhe. Dazu kommen Auftritte bei den Veranstaltungen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in der Kreisgruppe Drabenderhöhe, in der Landesgruppe NRW und bei den Heimattagen zu Pfingsten in Dinkelsbühl.

Der Chor ist Mitglied im ChorVerband Oberberg und im Verband Ostdeutscher Chormusik NRW.

Kontakt:
Anneliese Dürr
Telefon: 02262 4242

Aktueller Vorstand:
Vorsitzende: Anneliese Dürr
Stellv. Vorsitzender: Helmut Scharpel
Stellv. Vorsitzende: Ilse Bartesch
Kassiererin: Gerda Gusbeth
Schriftführung: Kathi Drotleff

Der Vorstand
Der Vorstand

Für die Siebenbürger Sachsen, die sich Anfang der 60er Jahre des 20. Jh. in Drabenderhöhe angesiedelten, war es selbstverständlich, dass ein siebenbürgisch-sächsischer Chor entstehen musste, da in fast jedem siebenbürgischen Dorf ein Chor existiert hatte. Die Sängerinnen und Sänger „der ersten Stunde“ kannten sich nicht, sie mussten zuerst auch zueinander finden. Fast jeder kam aus einem anderen Ort Siebenbürgens, jeder sprach den Dialekt seines Heimatortes und trug seine Tracht. So ist es bis heute geblieben. „Schönheit durch Vielfalt“ der Frauentrachten prägen das Erscheinungsbild des Chores bei seinen Auftritten. Die siebenbürgische Tracht wurde bewusst für die Auftritte eingeführt, da die Gründungsmitglieder sich sehr wohl bewusst waren, dass das Tragen der Trachten ein Bekenntnis zur Gemeinschaft war und zur Pflege des mitgebrachten Kulturgutes gehörte.

Honterus-Chor 2016
Honterus-Chor 2016

Später schaffte sich der Chor zusätzlich eine Standart-Chortracht, die „Kluft“, für bestimmte Auftritte an, die im Laufe der Jahrder Mode und dem Zeitgeist entsprechend, mehrmals erneuert wurde.

Einige Mitglieder sind bereits über 40 Jahre im Chor. Zurzeit gibt es 42 aktive Mitglieder, aber es müssten nun auch jüngere Sängerinnen und Sänger dazu kommen, um ein zukünftiges Fortbestehen zu sichern.

Honterus-Chor 1991
Honterus-Chor 1991

Die Auswahl des Liedgutes stand und steht immer noch unter dem Motto: „Das Althergebrachte pflegen, sich aber dem guten Neuen nicht verschließen.“ Inzwischen hat der Chor ein recht großes Repertoire an christlichem und weltlichem Liedgut, einschließlich zahlreicher sächsischer Mundartlieder.

Der Honterus-Chor hat bei fast allen Veranstaltungen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen und des Adele-Zay-Vereins, die in Drabenderhöhe und in Wiehl stattgefunden haben, mitgewirkt. Durch die Besuche und Fahrten in Deutschland und den Nachbarländern wurden viele Verbindungen geknüpft und Freunde gewonnen. Das Kennenlernen neuer Landschaften und viele nette Begebenheiten prägen die von den Mitgliedern beliebten Fahrten. Die 10-tägigen Fahrten zu den Landsleuten in Österreich, durch Siebenbürgen, sowie die Fahrt nach Rom zählen zu den schönsten Erlebnissen der Chorgemeinschaft.

Weitere Höhepunkte im Chorleben sind die Auftritte bei den Heimattagen zu Pfingsten in Dinkelsbühl, bei denen der Chor mehrmals die Brauchtumsveranstaltungen und bei verschiedenen Programmen die musikalische Gestaltung übernommen hat.

Die gelungenen Auftritte im Gürzenich in Köln bei der Verleihung der Goldmedaille zum „1. Bundeswettbewerb für vorbildliche Integration von Aussiedlern in der Bundesrepublik Deutschland“, sowie die Auftritte im Landtag in Düsseldorf anlässlich der Feiern zur 40-, 50- und 60-jährigen Patenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für die Siebenbürger Sachsen, gehören zu den Höhepunkten des Chores.

Honterus-Chor im Landtag
Honterus-Chor im Landtag

Mit dem volkstümlichen Singspiel „Ein Jahr im Weinberg“ von Susanne Kräutner aus Drabenderhöhe unternahm der Chor in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Tournee. In mehreren Orten Deutschlands wurde das Stück mit vielen bekannten sächsischen und deutschen Volksliedern gezeigt und überall begeistert aufgenommen. 2011 wurde es erneut in Drabenderhöhe und Gummersbach und dann 2013 in Dinkelsbühl beim Heimattag aufgeführt.

Der seit 1972 zum Jahresprogramm gehörende und zur Tradition gewordene „Katharinenball“ wurde von dem damaligen Vorsitzenden des Chores, Eduard Dürr, in Drabenderhöhe eingeführt wurde. Als Markenzeichen gelten die Theaterstücke in siebenbürgisch-sächsischer Mundart. Die Theatergruppe besteht jeweils aus Mitgliedern des Chores. Seit 1982 bis 2012 hat Enni Janesch die Theatergruppe geleitet. Nach Ilse Bartesch hat Gerda Gusbeth die Leitung übernommen. Da fast jeder der Darsteller aus einer anderen Gemeinde stammt, kommen mehrere Ortsdialekte zum Zuge.

Theaterstück "Der Gezkruejen"
Theaterstück „Der Gezkruejen“

Der anschließende „Katharinenball“ erfordert zwar viel Arbeit, fördert aber auch die Zusammengehörigkeit zwischen den Mitgliedern des Chores.
Zu einem weiteren Höhepunkt zählt das seit 1967 jährlich zur Adventszeit stattfindende Konzert mit vorweihnachtlicher Musik in der evangelischen Kirche in Drabenderhöhe. Trotz vieler zusätzlicher Sonderproben gehören die Weihnachtskonzerte mit anspruchsvoller Musik veranstaltet mit ausgebildeten Solisten seit Jahren zu den stimmungsvollsten Veranstaltungen der Chorgemeinschaft.

Ein weiterer Höhepunkt früherer Jahre war das Treffen der Siebenbürgischen Chöre von NRW mit gemeinsamem Singen und Auftritten. Das gemütliche Beieinander nachher vertiefte die Kontakte untereinander und stärkte die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen im Land NRW.
Es ist geplant, 2019 wieder ein Treffen der siebenbürgischen Chöre von NRW in Drabenderhöhe zu veranstalten.

Ausflug nach Eutin
Ausflug nach Eutin

Die Vorsitzenden des Chores: Gerhard Albrich 1966 – 1969, Dr. Arnold Dernerth 1969 – 1972, Eduard Dürr 1972 – 1981, Enni Janesch 1981 – 1982 (kommissarisch), Günther Schuller 1982 – 2010 und seit 2010 Annelies Dürr.

Bei seinem Ausscheiden aus dem Amt als Vorsitzender wurde Günther Schuller 2010 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er starb 2015 mit 76 Jahren. Enni Janesch wurde für ihren langjährigen Einsatz zum Ehrenmitglied ernannt, am 12. März 2016 erhielt sie vom ChorVerband Oberberg die „Echt Goldene Ehrennadel“ für über vierzigjährige Vorstandsarbeit.

Jede Chorleiterin bzw. jeder Chorleiter prägte durch seine Persönlichkeit und seine jeweilige Arbeitsweise den Chor.

Nachfolgend die Dirigenten:
1965 Erste Zusammenkunft mit Robert Gassner
1966 Michael Weber übernimmt den Chor, der Chor bekommt einen vereinsmäßigen Aufbau.
1967 Im Herbst wird Heidrun Dürr neue Dirigentin.
1971 Hans Schebesch (Kircheib) vertritt sie während des Studiums für ein halbes Jahr,
1981 übernimmt Michael Tausch den Dirigentenstab, die Weihnachtskonzerte werden weiter von Heidrun Dürr-Niedtfeld geleitet.
1988 Heidrun Niedtfeld übernimmt erneut den Chor, Michael Tausch dirigiert noch das Singspiel „Ein Jahr im Weinberg“, Regine Melzer wird 2. Dirigentin
Von Januar 1993 bis Februar 1994 ist Gregor Sauer Leiter des Chores, bis zu den Sommerferien 1994 leitet Regine Melzer den Chor.
Ab Herbst 1994 übernimmt Horst Niedtfeld die Leitung des Chores, Regine Melzer bleibt 2. Dirigentin.
Am 1. Januar 2003 übergibt Horst Niedtfeld das Dirigat an Regine Melzer. Seither ist sie Chorleiterin.

Als Fazit gilt für die Sängerinnen und Sänger: Wir singen zusammen, feiern und arbeiten in einer guten Gemeinschaft. Wir erleben den Gesang zum Lobe Gottes mit Freude und mit „Frihsänn“ (Frohsinn). Diese Freude versuchen wir an unser Publikum weiter zu geben.

Enni Janesch

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